Saar (lat. Sarawus oder Sarra, frz. Sarre), ein rechter Zufluß der Mosel, wird aus zwei Quellflüssen gebildet, der Weißen und der Roten Saar. Die Weiße S. entspringt am westl. Abhan des Donon im Depart. der Meurthe, vereinigt si bei Hermelingen mit der Roten S., durchströmt in Deutsch-Lothringen den Kreis Saarburg, sodann die unterelsässischen Kantone Drülingen und Saarunion, die lothring. Saaralben und Saargemünd, die trierschen Kreise Saarbrücken, Saarlouis, Merzig und Saarburg, und mündet im Kreise Trier unterhalb Konz (127 m hoch), nach einer Stromentwickelung von 213 km. Der Fluß ist von Steinbach oberhalb Saargemünd an mittels Schleusen, von Wehrden unterhalb Saarbrücken abwärts ohne Schleusen (87,5 Km), also 119 km weit, von Saargemünd bis Konz, schiffbar. Der auf elsaß-lothring. Gebiet 75 km lange, 1859 begonnene und seit Mai 1866 im Betrieb befindliche Saar-Kohlenkanal führt von Saarbrücken nach Saarburg und stellt so die Verbindung des Saarkohlenbeckens mit dem Rhein-Marnekanal und der Paris-Straßburger Eisenbahn her, während die 120 km lange Saarbahn zwischen Saarbrücken und Konz (Trier) sich an die Konz-Luxemburger, die Nahebahn und die Bahnlinie Forbach-Paris anschließt. Das Flußgebiet der S. im ganzen beträgt 5672 akm. Sie nimmt links den Naubach bei Haeskirchen, sodann bei Saaralben die Albe, von welcher der Salinenkanal nach Dieuze an der Seille führt, und außerhalb Lothringen bei Sierberg die Nied, rechts bei Saargemünd die Blies und bei Herbitzheim die Eichel, sodann oberhalb Saarlouis bei Dillingen die Prims auf. Ihr Thal ist oberhalb Besseringen ziemlich breit, besonders bei Saarlouis, in Muschelkalk eingegraben und von wenig hohen Randbergen eingefaßt. Unterhalb Besseringen aber wird es eng, felsig und wild, indem es rechtwinkelig das Schiefergebirge des Hochwaldes (Hundsrüch) durchschneidet. Erst unterhalb Serrig verliert es, indem es in die Formation des Buntsandsteins übergeht, etwas von seiner Wildheit. Obgleich meist eng und von waldigen Höhen eingefaßt, ist es doch mild genug zum Weinbau. Der preuß. Saarwein wächst vereinzelt oberhalb Merzig auf Kalk⸗ und Sandboden. Erst mit dem Beginn des rhein. Thonschiefergebirges bei Ponten tritt der Weinbau umfangreicher auf und ist am stärksten unterhalb Saarburg verbreitet. Der Wein kommt als Moselwein in den Handel; die bessern Weine wachsen am Beckstein bei Ockfen und bei Wiltingen, die besten unweit Wiltingen am Scharzberg und Scharzhofberg bei Oberemmel. Das Steinkohlenlager der Saar, eins der bedeutendsten Deutschlands, verbreitet sich in der südwestl. Abdachung des Hundsrück an der S. und Blies im ganzen über eine Fläche von fast 15 700 qkm. Ein großer Teil davon ist mit Rotliegendem, Porphyr, Melaphyr bedeckt, ein anderer ist flötzarm. überhaupt flötzreich sind nur 180 qkm in Preußen oder der südwestl. Teil der Ablagerung und außerdem 4,5 akm in Rheinbayern. Die Länge des Hauptgebiets, von Luisenthal an der S. bis Neunkirchen, mißt 39 und 30 km. Längs der S. breitet es sich von St. Jor. bis Enzdorf und Schwalbach (Kreis Saarouis) auf dem rechten, und von Gersweiler über Klarenthal und Geislautern bis Hostenbach auf dem linken Ufer aus. Es sind hier über 100 Flötze mit etwa 80 m Kohle vorhanden. Die Staatswerke sind: König bei Dumeher; Heinitz, Reden im Rußhütter Thale, Dudweiler, Friedrichsthal, von der Heydt, Gerhard Camphausen, Kronprinz Friedrich Wilhelm und Sulzbach-Altenwald. Die Privatwerke sind unbedeutend. Die vortrefflichsten Backkohlen wechseln mit Sinter⸗ und Sandkohlen ab, jedoch sind die erstern vorherrschend. Versendet werden die Kohlen durch die S., die Nahe⸗, Saarbrücker⸗ und Saarbahn, sowie nach Frankreich durch den Saarkanal.