Saane (frz. Sarine), linker Nebenfluß der Aare (s. d.), entspringt mit mehrern Quellen auf dem Hochplateau des Sanetschpasses (2246 m) an der Grenze der schweiz. Kantone Bern und Wallis, erreicht durch den etwa 150 m hohen Wasserfall Saanenschuß unweit Gsteig den Thalboden des bernerischen Saanenlandes, welches sie in nördl. Richtung durchfließt, biegt bei Saanen nach Westen um und gelangt durch das waadtländische Pays d'enhaut (s. d.) und die Felsschlucht Pas de la Tine zur Grenze des Kantons Freiburg, den sie, wieder nach Norden gewendet, der ganzen Länge nach durchfließt. Von den beiden freiburgischen Landschaften des Saanethals ist die obere, das Greyerzerland (s. Gruyere), wie das Pays d'enhaut und das bernerische Saanenland, ein grünes Voralpenland, berühmt durch ausgezeichnete Viehzucht und Käseproduktion. Die untere Stufe, im fruchtbaren Hügelgelände der Hochebene gelegen, bildet den Bezirk Saane (222 dlem, 26815 C.). Bei dem bernerischen Städtchen Laupen tritt der Fluß wieder auf berner Gebiet über und mündet Inach 126 km langem Lauf, 460 m über dem Meere, bei Oltigen, 10 Km oberhalb Aarberg. Seine wichtigsten Nebenflüsse sind die Jougne aus dem Jaunthal und die Sense rechts, die Große Glane links. Das Flußgebiet umfaßt 1882 alm, wovon mur sieben auf Gletscher fallen. Im Ober⸗ und Mittellaufe ein wilder, tief zwischen Steilufern eingegrabener Bergstrom, wird die S. erst bei Freiburg für Nachen schiffbar. Als Hauptwasserader einer waldreichen Gegend treibt der Fluß zahlreiche Sägemühlen und wird häufig zum Holzflößen benutzt. Bei Freiburg ist er durch einen Damm zu einem künstlichen See gestaut, dessen Abfluß die freiburger Wasserwerke treibt.