Saida, Seida, das altphöniz. Sidon (s. d.), Küstenstadt im türk. Mutessariflik Beirut in Syrien, 37 km südlich von Beirut, am Nordwestabhange eines ins Mittelmeer vorspringenden Vorgebirges, in einer reizenden, fruchtbaren, namentlich durch Obst⸗ und Seidenbau ausgezeichneten Gegend gelegen, im Innern eng gebaut, schmutzig, feucht und ungesund, aber von schönen Gärten umgeben, ist, seitdem im 17. Jahrh. der Drusen⸗-Emir Fakhr-eddin zum Schutz gegen die Landung türk. Truppen den Hafen verschüttet, nur noch für kleine Schiffe zugänglich und zählt 9—12 000 E., meist Mohammedaner, neben einer geringen Anzahl griech.⸗kath. und maronitischer Christen und etwa 80 jüd. Familien, die in einem besondern Stadtteil wohnen. Die Bevölkerung betreibt hauptsächlich Fang von Fischen, die eingesalzen werden. Die vor dem verschütteten Hafen offen liegende Reede hat klippigen Grund. Ein in Trümmern zerfallenes, sehr altes Schloß steht auf einem großen künstlichen Molo am Eingang des Hafens und ist mit der Stadt durch eine schmale Brücke von acht Bogen verbunden. In diesen Ruinen fand man 1840 mehrere Töpfe mit Goldmünzen aus der Zeit Alexanders d. Gr., im Wert von 40000 Doll., und 19. Jan. 1855 den Sarkophag des Sidonierkönigs Eschmunazar, 2 südöstlich von S. Auch wurde hier 1860 bei der franz. Expedition unter Renan die Nekropolis des alten Sidon ausgegraben und bedeutende archäol. Funde gemacht. Als wichtige Feste der Küstenstraße war S. wiederholt Gegenstand des Kampfes zwischen den Kreuzfahrern und den Sarazenen, wurde 1107 von König Balduin I. belagert, 19. Dez. 1110 demselben nach sechswöchentlicher Belagerung übergeben, 1187 von Saladin erobert, über dessen Truppen die Christen 23. Okt. 1187 hier einen Sieg erfochten, 1249 von den Sarazenen geplündert und zerstört, dann 1253 von Ludwig dem Heiligen von rankreich wieder aufgebaut, aber 1260 von den Mongolen abermals zerstört; 1291 fiel S. für immer in die Hände der Moslim. Am 28. Sept. 1840 wurde S. von der türk.⸗österr.⸗engl. Flotte unter Commodore Napier bombardiert und er-d stürmt. Nur 2 km östlich von der Stadt liegt das Kloster Mar Elias.