FeedSalbe
HeilkundeBrockhaus 1882

Salbe (unguentum) nennt man eine weiche (etwa die Konsistenz der Butter besitzende), in der Wärme noch weicher (schmierbar, schmierig) werdende, der Hauptsache nach aus Fett oder in neuerer Zeit aus Vaseline (s. d.) bestehende Masse. In der Medizin bedient man sich der S., um Arzneistoffe auf die Haut einwirkend zu machen oder durch die Haut zur Aufnahme in den Organismus zu bringen. Zu diesem Zweck versetzt man das Fett oder die Vaseline nach Befinden mit höchst fein verteilten Substanzen der verschiedensten Art, z. B. Quecksilber, Opium, Kanthariden, Jodkalium, Schwefel, Seidelbastextrakt, Bleiweiß u. s. w. Die Konsistenz einer S. wird fester, wenn man Wachs, flüssiger, wenn man Ol oder flüchtige Sle oder tropfbare Flüssigkeiten hinzusetzt; im ersten Falle nennt man sie Wachssalbe (ceratum), im letztern Liniment Ginimentum). Die S. werden entweder auf Charpie, Leinwand u. dgl. gestrichen und auf die bezeichnete Körperstelle aufgelegt oder eingerieben. Mit ätherischen Slen und andern Wohlgerüchen versetzte S. nennt man Pomaden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 136Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 6

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Heilkunde 6