Glutin, Ossein, Knochenleim entsteht durch Umwandlung des sibrillären Bindegewebes der Knochen beim Kochen von Knochen mit Wasser, namentlich rasch unter Anwendung von erhöhtem Druck. Die dabei resultierende und vom Fett mechanisch gesonderte Flüssigkeit erstarrt beim Erkalten zu einer Gallert und läßt beim Eintrocknen das G. als durchscheinende, glänzende, spröde Masse, Leim, zurück. Es ist eine zu den Eiweiß⸗ oder Proteinstoffen (s. d.) zu rechnende Verbindung. In chem. Beziehung ist das G. nicht identisch mit der durch Kochen von permanenten Knorpeln erhaltenen Leimsubstanz, die als Chondrin (s. d.) unterschieden wird. Gliutinantia (lat.), klebende Mittel, welche zur schnellen Vereinigung kleiner Wunden benutzt werden, wie Kollodium, Heftpflaster u. a. Glutination, das Zusammenleimen, ⸗kleben; glutinativ, zusammenklebend; glutinös, klebrig.