FeedSals (mittellat. Salodum)
ErdkundeBrockhaus 1882

Sals (mittellat. Salodum), Stadt und Bezirkshauptort in der ital. Provinz Brescia, an einer westlich tief einschneidenden Bucht des Gardasees, auf einem an Südfrüchten reichen Ufergelände, der Riviera di Sald, am Fuße des Monte San-Bartolommeo, zählt (1881) 3435 (Gemeinde 4570) E. und hat Gerberei, Leinweberei, Fabrikation von Olivenöl und Leinenzwirn, sowie bedeutenden Handel mit Südfrüchten. Am südl. Eingang der Bucht liegt die Isola di Garda, auch Isola dei Frati genannt, wo 1220 der heil. Franciscus ein Kloster erbaute; die herrlichen Gärten des kleinen Eilands, welches jetzt dem Marchese Scotti zu Bergamo gehört, wurden vom Grafen Lecchi angelegt. Bei S. besiegte 3. Aug. 1796 Bonaparte den österr. General Quosdanowitsch. Salomo (hebr., d. i. «der Friedreicher), Davids jüngster Sohn von der Bathseba und auf deren Antrieb, mit Zurücksetzung seiner ältern Brüder, von dem altersschwachen David zum Thronerben ernannt, war 60 Jahre lang (1035—975 v. Chr.) König von Jsrael. Er begann seine Regierung mit der Ermordung des rechtmäßigen Thronfolgers Adonia, des Feldherrn Joab und anderer Mißvernügter. Die durch die glücklichen Kriegsthaten eines Vaters erweiterten Grenzen des Reichs behauptete er gegen innere Aufstände und äußere Angriffe. Die Reste der im Lande zurückgebliebenen Kananäer zwang er zu harter Knechtschaft, legte zum Schutz gegen die Nachbarstämme eine Reihe von Festungen an und brachte sein Kriegsheer durch Vermehrung der Reiterei und der aus Agypten bezogenen Streitwagen auf eine achtunggebietende Höhe. In Verbindung mit König Hiram von Tyrus eröffnete er einen lebhaften Handels⸗ und Schiffahrtsverkehr mit Arabien (s. Ophir), der ihm unermeßliche Reichtümer einbrachte. Der schon von seinem Vater erstrebten polit. und gottesdienstlichen Konzentration gab er durch den Bau des Tempels und des Königsschlosses zu Jerusalem einen äußern Ausdruck. Aber die verschwenderische Pracht der königl. Bauten und die üppige Hofhaltung verschlangen unermeßliche Summen, zu deren Bestreitung das Volk mit Steuern, Lieferungen und Fronen bedrückt werden mußte. Trotzdem war der König einmal genötigt, ein Darlehn von 120 Talenten Goldes (10800000 Mark) durch die Gebietsabtretung von 20 galiläischen Orten an Hiram von Tyrus zurückzuerstatten. Ein orient. Sultan im echten Sinne des Wortes, umgab er sich mit einem glänzenden Hofstaate, einem zahlreichen Beamtenheere und einem mit Hunderten von Frauen bevölkerten Harem. Übrigens war er ein kluger und geistvoller Fürst, dessen verständige Richtersprüche, dessen Spruchweisheit und Rätselkunst auch von Fremden bewundert wurden. Die nationale überlieferung sah in seiner Regierung das goldene Zeitalter des Volks und malte seine Pracht und Weisheit in desto lichtern Farben, je mehr die Schattenseiten seines despotischen Regiments der Erinnerung entschwanden. Dennoch hat seine Verschwendung, sein Steuerdruck und gegen Ende seines Lebens auch seine Hinneigung zu den heidnischen Kulten der Nachbarvölker den Grund zum Verfalle des Reichs gelegt. Wenn auch der Aufstandsversuch des Jerobeam, der namentlich in der Unzufriedenheit der nördl. Stämme seine Stütze fand, gedämpft wurde, so blieb doch im Volke eine tiefe Mißstimmung zurück, die nach S.s Tode den Zerfall des Reichs in zwei Teile herbeiführte. Im Alten Testament werden dem S. verschiedene Bücher: das Hohe Lied (s.d.), der Prediger (s. Kohelet), die Sprüche Salomonis und das apokryphische Buch der Weisheit, sowie mehrere Psalmen beigelegt. Die Spruchsammlung verdankt ihre Zurückführung auf S. dem Umstande, daß dieser der spätern Erinnerung als Vater der gnomischen Dichtung erschien. Das „Buch der Weisheito stammt erst aus den Kreisen der jüd.⸗ alexandrinischen Religionsphilosophie. Noch spätern Ursprungs sind die pseudoepigraphischen Psalmen Salomonis. S.s Weisheit und Glück sind bei der Nachwelt sprichwörtlich, und die Märchen der Rabbinen, die Helden und Liebesgedichte der Perser und Araber feiern ihn als einen fabelhaften König, dessen Herrlichkeit und Weisheit in ihren Darstellungen zu Zauberei wird. Der Siegelring Salomos war nach diesen Dichtungen der Talisman seiner Weisheit und Zauberkraft und hat, wie der Salomonische Tempel, in den Geheimnissen der Freimaurerei und Rosenkreuzerei symbolische Bedeutung.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 149Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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