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ErdkundeBrockhaus 1882

Salta, im 2 der Argentinischen Republik in Südamerika, im N. von der Provinz Jujuy und Bolivia, im W. von Chile, im S. von den Provinzen Catamarca, Tucuman und Santiago del Estero, im SO. vom Territorio del Gran Chaco, im O. vom Territorio del Vermejo begrenzt, zählt auf 8421⁴4, qkm (1882) 167000 E. Das Land ist nur geringern Teils, im Osten, eben, sonst gebirgig, besonders im äußersten Westen, wo die Cordillerengipfel bis 6000 m aufsteigen und die Plateaux 1300 m hoch liegen. Das Gebirge ist metallreich. Gold, Silber, Kupfer, Nickel, Eisen und Blei kommen vor. Die Bewässerung ist teilweise reichlich und der Bodenkultur günstig. Die wichtigsten Flüsse, außer dem Vermejo, sind dessen Zuflüsse Rio de San-Francisco und Rio del Valle, ferner der Rio-Pasage (Rio-Juramento), der unter dem Namen Rio-Salado gegen Südosten dem Parana zuströmt. Nur der Vermejo ist schiffbar. Das Klima ist nach der Höhenlage der einzelnen Landstriche sehr verschieden. In der Ebene eignet es sich bis zu 650 m Höhe für den Anbau des Zuckerrohrs und der meisten tropischen Früchte, zwischen 1140—2600 m für den Anbau von Getreide, Wein und den meisten europ. Fruchtbäumen. Höher hinauf gedeihen noch Gerste, Kartoffeln und Futterkräuter. Die höhern Teile des Gebirges und die Plateaux sind waldlos. Auf den untern Abfällen und in den Thälern finden sich jedoch schöne Waldungen, und östlich von Oran haben dieselben den tropischen Charakter des Gran-Chaco. Die Bevölkerung besteht größtenteils aus Mischlingen von Spaniern und Calchaqui-Indianern. Ihre Hauptbeschäftigung ist Acker und Gartenbau, in geringerm Maße Viehzucht. Man produziert Weizen, Mais, viel Wein, namentlich vortrefflichen Calchaqui, sowie Luzerne, Tabak und Baumwolle, vorzüglich aber Zuckerrohr. Außer der Zuckerfabrikation, die bedeutende Fortschritte gemacht, gibt es keinen namhaften Industriezweig. Hauptausfuhrartikel sind Rindvieh, Pferde, Maultiere und Esel für Bolivia, wofür Coca, Chocolade und Silber eingeführt wird. Auch der Binnenhandel beschäftigt viele Menschen und Lasttiere. Die geistige Kultur ist noch sehr zurück; in den meisten Distrikten fehlt es noch ganz an Schulen. Administrativ zerfällt die Provinz in 17 Departements; das Budget der Provinz bezifferte sich für 1885 hinsichtlich der Einnahmen auf 215 709 Pesos nacionales, hinsichtlich der Ausgaben auf 244 488 Pesos. Die Hauptstadt Salta, vollständig San-Miguel de Salta, in einer von mehrern Bergströmen durchflossenen Ebene des Thales von Lerma gelegen, 1582 vom damaligen Gouverneur von Tueuman, Hernando de Lerma, gegründet, Sitz eines Bischofs und eines deutschen Vizekonsuls für die Provinz S., ist regelmäßig gebaut, mit breiten, größtenteils gepflasterten Straßen und mit einem Hauptplatz, an welchem das Regierungsgebäude (Cabildo) und die alte baufällige Kathedrale stehen. Außerdem hat die Stadt noch zwei Kirchen, ein Colegio-Nacional für den Secundärunterricht, ein Waisenhaus (Colegio de Educandas), ein öffentliches Hospital mit einem wunderthätigen Krudifir. Die Stadt zählt (1869) 11.716 E., ist ziemlich lebhaft und treibt viel Speditionshandel nach Bolivia.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 153Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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