FeedSchirwaän
ErdkundeBrockhaus 1882

Schirwaän hieß in früherer Zeit eine pers. Provinz in Transkaukasien zwischen dem Hauptkamme des südöstlichsten Flügels des Kaukasus, dem Kaspischen Meere, dem untern Kur und der Landschaft Scheki, berühmt durch ihre Fruchtbarkeit, ihren Reichtum an Früchten aller Art, sowie durch die seit alter Zeit einheimische Seidenkultur, als deren Mittelpunkt die Stadt Schemächa (s. d.) noch jetzt anzusehen ist. In weiterm Sinne umfaßte S., außer seinem Haupthafen, auch Scheki (Nucha) im Westen und den südl. Teil von Daghestan (s. d.) bis Derbend und entsprach in dieser Ausdehnung der Albania der Alten. Der Name S. kommt erst seit der Mitte des 6. Jahrh. vor und wird von den orient. Schriftstellern auf den neupers. Sassanidenkönig Chosru Anuschirwän (531 -579) zurückgeführt, der hier Grenzkolonien aus allerlei Völkern stationiert zu haben scheint, unter denen auch einheimische Schahs sich befanden, wahrscheinlich als Grenz⸗ oder Markgrafen an der Spitze der im Solde der Sassanidenkönige stehenden Völkerschaften. Als später das Reich der Sassaniden zertrümmert wurde, lösten sich viele der kleinern Glieder als selbständige Reiche ab, darunter auch das

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 366Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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