FeedSälen und Zimmern
AllerleiBrockhaus 1882

Sälen und Zimmern, bis 1866 Festung, jetzt als Kaserne benutzt. Vor dem Dome befindet sich Hagenauers schöne Marienstatue aus Erz. Am Ausgange des Neuthors, welches 130 mlang, 7mbreit, 8 m hoch ist und 1767 unter dem Erzbischof Sigismund III., Grafen von Schrattenbach, durch den Mönchsberg gebrochen wurde, steht in einer Blende Hagenauers Statue Sigismunds. Den Residenzplatz ziert ein 1668 aus weißem Marmor aufgeführter, 14 m hoher Springbrunnen, den Mozartplatz das Denkmal Mozarts (von Schwanthaler), bei dessen Grundlegung man 1840 einen herrlichen Mosaikboden aus der Römerzeit auffand, der jetzt im städtischen Museum aufbewahrt wird. Ein röm. Bad, noch wohlerhalten, findet sich im Johannisspital. über der Hauptwache am Neubau erhebt sich ein Turm mit dem berühmten Glockenspiel. Von Klöstern bestehen zu S. vier sür Männer und ebenso viel für Frauen. Die 1620 gestiftete, 1625 vom Papst bestätigte Universität wurde 1804 erweitert, 1810 aber aufgehoben. Jetzt sind von höhern Unterrichtsanstalten vorhanden eine theol. Fakultät, zwei Obergymnasien, eine Oberrealschule, ein erzbischöfl. Priesterseminar, eine Staatsgewerbeschule, ein Schullehrerseminar, zwei Handelsschulen und die Musikschule des Mozarteums. Die wissenschaftlichen Bestrebungen werden unterstützt durch das reichhaltige, mit künstlerischem Geschmack geordnete städtische Museum mit Bibliothek (10000 Bände), die k. k. Studienbibliothek und die Bibliothek im Stift von St. Peter, ein zoolog. Museum und ein physik. und mineralog. Kabinett. Vereine bestehen für Kunst, für Musik, für Landeskunde, wozu noch eine Okonomische Gesellschaft und ein Gewerbeverein, Arztlicher Verein, Verschönerungsverein u. s. w. kommen. Für die Wintersaison ist auch ein Theater vorhanden. Besonders reich ist S. an Stiftungen aller Art, an Versorgungs⸗- und Unterstützungsanstalten, welche größtenteils ansehnliche Fonds besitzen. Industrie und Handel sind im Aufblühen begriffen. Auch ist der Fremdenverkehr im Sommer von Bedeutung für die Stadt, welche östlich durch die Kaiserin-Elisabeth-Bahn mit Wien, westlich durch die Bayrische Staatsbahn mit München Geichenhall), südwestlich durch die Gisela-Bahn mit Gastein und Innsbruck und südöstlich durch ebendieselbe mit Steiermark verbunden ist. Die Umgebung S.s zieren eine Menge Parks und Villen sowohl ältern als neuern Ursprungs. Dahin gehören das kaiserl. Lustschloß Hellbrunn, Schloß Kleßheim (Eigenthum des Erzherzogs Ludwig Victor), der fürstl. Schwarzenbergis che Park zu Aigen, das Schloß Leopoldskron, das gräfl. Arcosche Schloß im normann. Stile zu Anif u. s. w. Im nahen Leopoldskronermoos finden sich auch mehrere Schlamm- und Moorbäder, unter denen das Ludwigsbad und das Marienbad die ansehnlichsten sind. S. ist der Geburtsort Mozarts, dessen Geburtshaus in der Getreidegasse, das Wohnhaus am Makartplatze steht. In ersterm befindet sich auch das Mozart-Archiv. Zu S. fand am 18. bis 23. Aug. 1867 eine Zusammenkunft zwischen Kaiser Franz Dal5 von Ssterreich und Napoleon III. statt. Vgl. Hübner, Beschreibung der erzbischöfl. Haupt⸗ und Residenzstadt S.v (2 Bde., Salzb. 1792—93); Bühler, S., seine Monumente und Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XIV. seine Fürsten» (Salzb. 1873); Dieter, «Führer durch S.» (9. Aufl., Salzb. 1886).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 161Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 7

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Allerlei 6