Salzkammergut, eine zu Ssterreich gehörige Alpenlandschaft und kaiserl. Domäne von 647 gkm mit 18000 E., bildet den südl. Teil des ehemaligen Traunkreises von Oberösterreich und einen Teil des nordwestl. Steiermark und wird wegen ihrer zahlreichen Alpenseen und andern Naturschönheiten auch die Osterreichische Schweiz genannt. Das S. liegt durchweg im Bereiche der nördl. Kalkalpen, deren Thäler sich um das dem Lande von der Quelle an angehörige Traunthal gruppieren. Zwischen der Salzach und der Enns ziehen von Westen gegen Osten die Salzkammergut⸗ oder Kammeralpen, ein Kalkgebirge, das noch mehr als das Berchtesgadener Bergland durch seenerfüllte Einsenkungen in Gruppen zerfällt wird. Ostlich von dem bis 2430 m hohen Tännengebirge, welches an der Salzach den Paß Lueg bildet (s. Pinzgau), und im Süden des Hallstätter Sees liegt die kolossale, 2996 m hohe Masse des Dachsteins mit dem ungeheuern Felsturme des 2944 m hohen Torsteins (Thorsteins), der fast senkrecht aus Gletschern aufsteigt. Die weiter östlich folgende Gebirgsmasse bildet das eigentliche Kammergebirge. An der Nordwestecke, westlich von Hallstatt, liegt die Gosau; im Nordosten, durch die Ausseer Niederung davon getrennt, die Gruppe des 2180 m hohen Toten Gebirges, an dessen Nordrande sich der Große Priel 2449 m hoch erhebt. Zwischen dem Traun⸗ und Attersee dehnt sich das breite Höllengebirge aus; zwischen Atter⸗‚„ Mond⸗ und Wolfgang⸗ oder Abersee erhebt sich der Schafberg (s. d.). Die Bevölkerung des S. ist, da die gebirgige Natur des Landes Feldbau fast gar nicht zuläßt, teils mit Viehzucht, Holzkultur und Jagd, größtenteils aber (6—7000 Arbeiter) in den höchst merkwürdigen Salzwerken beschäftigt, welche 1883 nicht weniger als 949008 Metercentner Sud⸗, 4924 Metercentner Stein⸗ und 38486 Metercentner Industriesalz geliefert haben. Im Mittelpunkt des S. liegt der Badeort Ischl. Andere merkwürdige Orte sind die Marktflecken St. Wolfgang am Abersee und Hallstatt, das Städtchen Gmunden und das malerisch gelegene Dorf Traunkirchen. Der Verkehr im S. wird durch die im Betrieb der Kronprinz-Rudolfbahn stehende Salzkammergutbahn (Linie Steinach-Gmunden-Scheerding) gefördert, an welche sich in Gmunden die Kaiserin-Clisabethbahn anschließt. Das sog. Steiermärkische Salzkammergut hat zum Hauptorte den Marktflecken Aussee (s. d.). Vgl. Ischl und seine Umgebungen. Unter Berücksichtigung Gmundens und des ganzen S.sd (7. Aufl., Gmunden 1885); Seibert, «Wegweiser an den Seen des S.s» (3. Aufl., Wien 1877); (Führer durch das S. und die angrenzenden Gebiete zwischen Salzach und Ennsv (herausg. von dor Sektion «Austria des Deutschen und Ssterreichischen Alpenvereins, Wien 1880).