FeedHagengebirge
GeschichteBrockhaus 1882

Hagengebirge, auch Haagengebirge, ein Bergstock der Salzburger Alpen (s. Alpen, 30) an der Grenze von Oberbayern und Salzburg zwischen dem Königssee (Obersee) und der Salzach. Im S. wird derselbe von dem Blühnbachthale umschlossen, nördlich fällt er gegen die beiden Schlummthäler und das Lengthal ab, und nach NO. schiebt er sich keilförmig * der Salzach und dem untern Blühntauthal bis zum Paß Lueg vor. Das H. ist wie das Steinerne Meer, das Tännengebirge, der Dachstein u. s. w. einer der für den Nordrand der Ostalpen charakteristischen Kalkstöcke, die steilwandig, wenig gegliedert aus den Thälern aufsteigen und oben eine wellige Hochfläche tragen. Zwischen dem Gewirr von Kuppen und Hügeln, die dem Plateau entsteigen, dehnen sich weite, teils vollständig kahle, teils von spärlichem Krummholz und Rasen bedeckte Kare und vereinzelte Alpweiden aus. Die höchsten Erhebungen finden sich am Süd- und Ostrande der Hochfläche, wo nördlich vom Blühnbachthale der Große Tannthalerkopf (2274 m), das Hochgeschirr (2261 m) und der Riffelkopf (2253 m), und in der nordöstl. Verlängerung der Tristkopf (2107 m) aufragen. Das Gebirge, eins der gemsenreichsten der Alpen, ist als Wildgehege schwer zugänglich und wird deshalb trotz seiner großartigen Febswildnisse und der weiten Fernsicht seiner Gipfel von Touristen wenig begangen. Vgl. von Barth, «Aus den nördl. Kalkalpeno (Gera 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 704Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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