Sambücus L., Hollunder, Holder, eine zur Familie der Kaprifoliaceen gehörige Pflanzengattung, welche in der einheimischen Flora vorzugsweise durch die überall gemeine 8. nigra L., den Schwarzholder, vertreten ist. Sie kennzeichnet sich durch gefiederte Blätter, eine radförmig zurück-Werreng Blumenkrone und drei- bis fünfsamige Beeren. Von der genannten gemeinen Art hat man in den Gärten eine große Anzahl, zum Teil als Parkgehölz wertvolle Formen und Spielarten. Erwähnung verdienen rücksichtlich der Wachstumsweise var. monstruosa, mit bandartig verbreiterten, an der Spitze spiralig gebogenen Zweigen, und var. pyramidalis, von fast genau pyramidalem Wuchs und deshalb zur Einzelstellung im Gartenrasen geeignet. Durch Besonderheiten in der Bildung der Blätter ausgezeichnet sind var. rotundikolia, mit fast kreisrunden, an die Blätter des Birnbaums erinnernden, var. laciniata, mit tief eingeschnittenen Fiederblättchen, und var. dissecta, bei der diese zu schmal-linienförmigen Streifen zerschnitten sind, beide durch diese Belaubung ebenfalls als Solitärbäume charakterisiert. Wegen ihrer Buntlaubigkeit beliebt sind var. argentéo-variegata mit weißgestreiften und gefleckten, var. albomarginata mit weißgerandeten, var. aurea mit ganz goldgelben, var. pulvérulenta mit gelbgetüpfelten Blättern. Die bunten Varietäten nehmen sich vor oder zwischen dunkelgrünem Gebüsch sehr gut aus. Bei var. flore pleno erhalten die Scheindolden durch Füllung der Blüten reicheres Ansehen und var. semperflorens ist während des Sommers immer mit einigen Blütendolden geschmückt. Der Schwarzholder wird mit der Zeit zu einem stattlichen Baume mit schönem, sehr festem, fast dem Bux gleichgeschätzten Holze; bekannt sind der starke schlafmachende Duft der Blüten und die urgierenden und antispasmodischen Eigenschaften er Rinde. Von den übrigen Arten sind zu erwähnen 8. canadensis L., der Canadaholder, viel niedriger als die gemeine Art, von gedrungenerm Wuchs und mit schönerer glänzend grüner Belaubung, und 8. racemosa L., der Traubenholder, in Mittel⸗ und Südeuropa einheimisch, mit Blättern von frischem Grün, mit gelblich-grünen Blüten in eiförmigen Rispen und mit scharlachroten Beeren. Auch von ihr hat man mehrere Gartenvarietäten, darunter var. laciniata, mit derselben Blattbildung, wie die gleichnamige Varietät der 8. nigra, und var. nana, von zwerghaftem, doch kräftigem Wuchs.