Lythrum L., Blutkraut, eine zu der Familie der Lythrarieen gehörige Pflanzengattung mit röhrigem, vier- bis sechszähnigem Kelch, zuweilen noch mit einem ebensolchen Hüllkelche, auf dem Rande einer röhrigen, perigynischen Scheibe. Blumenkrone vier- bis sechsblätterig, mit den Staubfäden verschmolzen und der Röhrenscheibe eingefügt. Kapsel zweifächerig. Diese Gattung enthält nur zwei perennierende Arten, welche Interesse haben; zunächst das an Flußufern und auf feuchten Wiesen durch ganz Deutschland vorkommende L. Salicaria L., der Weiderich, welcher sich mit seinen purpurroten Blütenquirlen als eine auserlesene Zierpflanze darstellt und vielfach in Gärten kultiviert wird. Noch schöner ist ihre Spielart, var. roseum superbum, mit noch längern Ähren dunkel-purpurrosenroter Blumen; ferner das nordamerik. L. virgatum L.; dies hat über Im hohe Stengel mit zahlreichen dünnen und aufrechten Ästen, abwechselnde, spitzlanzettförmige und viele purpurrosenrote Blumen und ist Juni bis August eine Zierde der Blumenbeete. Bemerkenswert sind die eigentümlichen Verschiedenheiten, die manche Lythrumarten, hauptsächlich L. Salicaria, im Bau der Blüten zeigen. Wenn auch die Form derselben äußerlich dieselbe ist, so findet sich doch an verschiedenen Stöcken eine verschiedene Ausbildung der Staubgefäße und Griffel. Man kann je nach der Länge dieser Organe drei Formen unterscheiden. Diese Erscheinung, die für die Wechselbestäubung von Wichtigkeit ist, hat man als Trimorphismus oder trimorphe Heterostylie bezeichnet. (Näheres s. unter Bestäubung und auf Tafel: Befruchtung und Bestäubung, Fig. 2 a, b, C.)