Samt wird diese Decke Pail, Pol oder Flor dere Far dadurch hervorgebracht, daß eine besonere Kette (Polkette) ins Grundgewebe eingewebt ist, aus welcher beim Weben kleine Schlingen oder Schleifen (Noppen) gebildet werden, die man entweder aufschneidet (gerissener Samt) oder nicht - (ungerissener Samt, Halbsamt). Ursprünglich bestand der echte S. stets aus Seide; jetzt verwendet man hierzu auch Kammgarn (Wollsamt), Beim gerippten S. (Rips) stehen die unaufgeschnittenen Schleifen nicht frei aufrecht, sondern sind von dicken Einschlagfäden durchzogen. Beim fagonnierten Samt stellt man ein Muster durch Flör von verschiedener Länge oder Farbe, durch teilweises Aufschneiden der Noppen, durch nur teilweises Besetzen des Grundes mit Flor oder durch Aufpressen der Figur her. Beim baumwollenen oder unechten Samt(Manchester, Kord) wird die Haardecke aus Einschlagfäden gebildet, welche reihenweise frei liegen und aufgeschnitten werden, worauf man die Enden aufbürstet und kurz abschert. Die Samtfabrikation, deren Anfänge bis in die röm. Kaiserzeit zurückreichen, tand im 12. bis 14. Jahrh. in Italien in hoher lüte; doch kam lange Zeit die schönste Ware aus Konstantinopel. Später hat diese Wuttie de fast in allen Ländern, wo die Textilindustrie epflegt wird, Eingang gefunden. Felbel und Plüf ch sind vom eigentlichen S. durch die Länge des Haars verschieden.