San-Luis-Potosi, jetzt gewöhnlich bloß Potosi genannt, ein Staat der Republik Mexiko, zwischen Zacatecas im W., Guanajuato, Queretaro und Hidalgo im S., Veracruz, Tamaulipas und Nuevo-Leon im O. und Coahuila im N., hat ein Areal von 67325 qkm mit (1882) 516 486 E. Das westl. Staatsgebiet ist sehr gebirgig. Ostwärts fällt das Hochland allmählich ab un geht in niedriges Hügelland, dann in die flache, sumpfige Küstenebene über, in welcher die Ostspitze des Staats sich der Seestadt Tampico nähert. Der Panuco im Süden, welcher in die Bai von Tampico de Tamaulipas mündet, und dessen rechtsseitiger Nebenfluß Rio San-Juan sind die Hauptflüsse. Bei der Reliefgestaltung des Landes hat dasselbe alle Klimate Mexikos. Der Boden ist im ganzen fruchtbar und liefert, ungeachtet des vernachlässigten Anbaues, sehr viel Mais und anderes Getreide, vortreffliches Obst und am Panuco Zuckerrohr. Die großen Landgüter namentlich des steppenartigen Nordens Rimdn zahlreiche Schafherden und betreiben auch indvieh⸗ und Pferdezucht. Die höhern Gebirgs-Regionen sind baumlos, die Gehänge der tiefern egionen namentlich mit Eichen, Tannen und Cedern bewaldet. Der früher sehr bedeutende Bergbau auf Silber ist jetzt von geringem Belang, wie die ganze Industrie überhaupt. Die zahlreichen Gruben, unter denen die von Sta.⸗Maria de las Charcas, von Ramos, von Guadalcazar, von Catorce und aus der Umgebung der Hauptstadt als die reichsten galten, sind Drar Teil schon abgebaut. Der Handel ist ziemlich lebhaft, beschränkt sich aber fast nur auf die Hauptstadt, welche auch die meisten Industrie⸗ und Schulanstalten hat. Der Staat zerfällt in 13 Distrikte; der Distrikt S. hat 127622 E. Die Hauptstadt San-Luis-Potosi, jetzt kurzweg San⸗-Luis oder Potosi genannt, 330 Kkm im Nordnordwesten von Mexiko in 1765 m Seehöhe am östl. Abfall des Hochlandes von Anahuac in einer angenehmen, nach Süden 50 km weit ausgedehnten Hochebene und im Quellbezirk des Panuco gelegen, 1586 gegründet, ist regelmäßig gebaut, mit eraden, schönen Straßen, von Gärten umgeben. n ihrem umfänglichen Hauptplatze (Plaza de Armas), dessen Mitte ein Springbrunnen ziert, stehen die große, im Innern reich ausgestattete Hauptkirche San-Pedro, das hübsche Rathaus (Palazio del Ayuntamiento), die Kaserne und schöne Privathäuser mit Arkaden und Kaufläden. Außer der Hauptkirche uer die Stadt noch fünf andere Kirchen und drei Klöster; außerdem eine Münze, eine Börse, ein großes Posthaus und eine schöne Wasserleitung. Mit den sechs weitläufig gebauten Vorstädten (Barrios) zählt sie 69 900 E., welche Leder, Schuhwerk, Hüte und Kurzwaren fabrizieren, in zahlreichen Hüttenwerken die aus den benachbarten Minen gewonnenen Erze verarbeiten und einen bedeutenden Handel namentlich mit Vieh, Wolle, Häuten und Konß treiben. San-Luis, Sitz eines deutschen Konsulats für die Staaten S., Zacatecas und Aguas-Calientes, ist eine Art Stapelplatz für die über den Hafen Tampico eingeführten Manufakturwaren, die zum Teil durch die hier etablierten deutschen, engl. und franz. Handelshäuser nach Zacatecas kwohm von hier Eisenbahn), Durango, Nuevo-Leon, Guanajuato und selbst nach Sonora, Michoacan und Jalisco gehen. Nach Mexiko, Aguas-Calientes, Tampico und Monterey sind Eisenbahnen im Bau. Nur 16 kmöstlich liegt der früher bedeutende Bergwerksort Cerro de San-Pedro, dessen sehr reiche Minen aber schon seit dem Ende des 18. Jahrh. aufgegeben sind.