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ErdkundeBrockhaus 1882

Santa-Cruz, östl. Departimiento in der südamerik. Republik Bolivia, grenzt im N. an das Depart. El Beni, im W. an El Beni, Cochabamba und Chuquisaca, im S. an letzteres, im O. an die brasilian. Provinz Matto-Grosso und zählt auf 373 160 qEm 193164 C., davon 40000 wilde Indianer; unter letztern sind die Chiquitos vortreffliche Reiter und Krieger. Nur im SW. ist S. gebirgig (Cordilleren) und im NO. und O. von Hügelketten (Sierra de San-Juan, Sierra de Chochis, Sierra de Santiago u. s. w.) durchzogen, im übrigen ebenes, mit undurchdringlichen Wäldern bedecktes Moor⸗ und Sumpfland, in welchem während der Regenzeit wegen der alsdann entstehenden Überschwemmungen jede Verbindung aufhört. Der O. des Landes gehört zum Stromgebiet des Paraguay, der N. und W. zu dem des Amazonenstroms durch die verschiedenen Quellflüsse des Rio Mamoré, sowie durch den Rio San-Miguel und andere nach N. sich wendende Zuflüsse des Rio Guaporé. Das Klima ist heiß, der Boden äußerstfruchtbar, doch noch wenig angebaut. Haupterzeugnisse sind Kakao, Kaffee, Baumwolle und Paraguaythee; die Indianer betreiben auch Vieh⸗, namentlich Pferdezucht und verarbeiten die Baumwolle zu feinen gewebten Zeugen. Die Hauptstadt des Departements, Santa-Cruz de la Sierra, an einem rechtsseitigen kleinen Zufluß des Rio Piray oder Sara, 442 m über dem Meere, ist Sitz eines Bischofs, eines brasil. Generalkonsuls und eines argentin. Konsuls, regelmäßig und gut gebaut und hat 9780 E. Von hier aus führt über Payla und La Cafada die einzige Verbindung nach den nördlich vom Rio San-Miguel in bergiger Gegend belegenen ehemaligen Jesuitenmissionen, von denen Concepcion, Sant' Ignacio und Santa-Ana noch heute schöne Kirchdörfer sind. Sauta-Cruz, marokkan. Hafenstadt, s. Agadir.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 214Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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