Sander (poln. Sacz), zwei Städte in Westgalizien, am Nordabhange der Karpaten im obern Thale des Donajec. Neu-Sandec, am Cinfluß der Kameniza in den Donajer, ist Station der Linien Saybusch-S. und Tarnow-Orlo der Osterreichischen Staatsbahnen, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, hat ein Gymnasium, eine Unterreal-und eine Volksschule, ein Jesuitenkollegium, eine prot. Kirche, ein allgemeines Kranken⸗ und ein israel. Versorgungshaus und zählt (1881) 11185 E. Die im got. Stil erbaute Pfarrkirche wurde 1448 vom krakauer Bischof Zbyhnev gestiftet. Die Stadt selbst entstand 1294 durch ein Privilegium des Königs Wenzel von Böhmen und Polen. Kasimir d. Gr. 4 (1365) Neu-Sandec unter die sechs Städte von Kleinpolen, aus denen der König seine Räte ins oberste Tribunal wählte. Alt-Sandece, am Einfluß des Poprad in den Donajec und an der Esterreichischen Staatsbahn Tarnow-Orlo, zählt 3790 E. und hat stark besuchte Jahrmärkte. Das interessanteste Gebäude der Stadt ist das ehemalige Kloster der Clarissinnen, eine Stiftung der Gemahlin Boleslaws V. (1280), die nach dem Tode ihres Gemahls dort den Schleier nahm. Da ihr Beispiel unter adeligen Frauen Nachahmung fand, wurde das Kloster eins der reichsten in Polen. Nach der Aufhebung des Klosters 1781 gelangten dessen Güter an den Religionsfonds, während die Kostbarkeiten zu Kriegszwecken verkauft wurden.