FeedStargard
ErdkundeBrockhaus 1882

Stargard (fslaw. Starograd oder Starigrod, d. h. Altstadt), die ehemalige Hauptstadt von Hinterpommern, der Hauptort des Kreises Saatzig im preuß. Regierungsbezirk Stettin der schiffbaren Ihna, 35 km ostsüdöstlich von Stettin, Knotenpunkt der Linien Berlin-S., Posen-S. und S.⸗Danzig der Preußischen Staatsbahnen, sowie der S.⸗Küstriner Eisenbahn, ist der Sitz eines Landratsamts, eines Landgerichts, eines Amtsgerichts, eines Hauptzollamts und einer Reichsbanknebenstelle und zählt (1885) 22109 E. Die Stadt hat drei evang. und eine kath. Kirche, unter jenen die herrliche got. Marienkirche aus dem 14. Jahrh. mit einem 32 m hohen Gewölbe und sehr hohem Dach und die neurestaurierte Johanniskirche, eine reform. Kirche, ein königl. Gömnasium, ein Realprogymnasium, eine städtische höhere Töchterschule, ein Waisenhaus, eine Provinzialobstbaumschule und nicht unbedeutende Woll⸗, Vieh⸗ und Leinwandmärkte, sowie auch einige Manufakturen in Wollzeugen, Leinwand, Leder u. s. w. Der Ort wurde 1120 von den Polen zerstört, 1229 zur Stadt erhoben; derselbe gehörte einst zur Hansa, war stark befestigt und wurde im Mittelalter und im Dreißigjährigen Kriege mehrfach belagert und erobert. Am 26.Febr. 1807 griff Schill den Ort mit Verlust an.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 155Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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