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ErdkundeBrockhaus 1882

Sandomir (Sendomir, poln. Sandomiersch), Kreisstadt im Gouvernement Radom in Russisch Polen, am linken Ufer der Weichsel, mit (1882) 14079 E., hat eine prachtvolle Kathedrale, vier Kirchen und ein großes Zuchthaus, bedeutende Weien und Handel, namentlich mit Holz und Weizen. Unfern davon bei Sawichost gibt es ausgezeichneten Marmor und Kalk; 50 km nordwestlich auf dem Katharinenberge liegt die Abtei des heil. Kreuzes, ein Wallfahrtsort. Im Nordwesten erhebt sich die Sandomirer Berggruppe, die in der Lysa Göra, d. h. Kahlenberg, über 600 m absolute Höhe erreicht, im Osten bei Opatow bedeutende Steinbrüche und gutes Eisenerz, im Westen bei Kielce Eisen⸗, Kupfer⸗„ Blei⸗, Galmei⸗ und Steinkohlengruben enthält. S. war unter den Jagellonen eine der angesehensten Städte Polens und blühte durch Handel und Fabriken, bis sie 1656 von den Schweden zerstört wurde. Hier hielten die poln. Dissidenten, um die unter ihnen entstandenen Lehrstreitigkeiten beizulegen, vom 9. bis 14. April 1570 eine Synode, und mehrere prot., reform. und hussitische Geistliche und adelige Laien unterschrieben 14. April ein gemeinsames Glaubensbekenntnis.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 192Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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