Sanderbands oder Sunderbunds, ein höchst merkwürdiger Landstrich in Ostindien, der sich an der Mündung des Ganges in den Meerbusen von Bengalen, von dem Flusse Hugby, der westlichsten Ausmündung des Ganges unter 21 40“ nördl. Br. und 88 3“ östl. L. bis zu der Insel Rabanabad unter 22 nördl. Br. und 90° 30 östl L. mit einem Areal von 15540 akm in der Länge von 250 Em hinzieht. Nördlich werden die S. von den brit. Distrikten Jessore und Baraset, östlich und nordöstlich von dem brit. Distrikt Backergange, nordwestlich von dem brit. Distrikt der 24 ergunnahs, westlich von der Mündung des Hugby und südlich von der Bai von Bengalen begrenzt. Die S. bestehen aus einer Menge durch Anspülung von Erde, Sand und Schlamm in der Ausmündung des Ganges entstandener, stets größer werdender, morastiger Panner welche noch fortwährend anwachsen, an Zahl zunehmen und ihre Gestalt verändern, zwischen denen sich der unterste Lauf des Ganges in Gestalt von breiten und schmälern Kanälen durchwindet. Die 14 breitern sind für alle inländischen Fahrzeuge, nur ½ von ihnen aber auch für größere europ. Schiffe befahrbar und erfordern hierfür eine sehr genaue Kenntnis der sich immer verändernden lokalen Verhältnisse. Die einzelnen Inseln sind dicht mit Baumwuchs bestanden und liefern in Unmassen seln für alle möglichen Bedürfnisse. Auf diesen Inseln finden sich in Menge wilder Schweine, wilder Büffel, Hirsche und Affen, aber auch Tiger. Sehr häufig sind die Bäume voller Nester einer massenhaft Honig liefernden Bienenart. Die Flußarme sind höchst fischreich, wimmeln aber auch von großen und gefräßigen Krokodilen. Die Erzeugnisse aus dem Pflanzenreich sind minder zahlreich, da der Boden auf den meisten Inseln zu weich und morastig ist, um an mehr als an wenigen, trockenen Stellen lohnenden Ackerbau zu verstatten. Man hat Versuche gemacht, Indigo, Zucker und Reis anzupflanzen, aber ohne nennenswerte Resultate. Die bei der Ungesundheit des besonders bösartige Fieber erzeugende Klimas der S. geringe Bevölkerung lebt meist vom Fischfang, dem Fällen von Lute dem Bereiten von Seesalz und als kundige Seeeute und Schiffer auf den inländischen Fahrzeugen.