Lomond (Loch), der größte See Großbritanniens, in Schottland zwischen den Grafschaften Stirling und Dumbarton gelegen, mit seinem Südende 24 km von Glasgow, liegt in 30 m Höhe, ist 37 kmelang, im Süden 8 km breit und umfaßt 70,6 Akm; im Süden ist er 40, im Norden 120— 200 metief und gefriert an den tiefsten Stellen nie. Aus seinem Spiegel erheben sich zahlreiche, zum Teil schön bewaldete Inseln, und seine Uferscenerie ist prachtvoll und mannigfaltig. Sein Nordende reicht in eine rauhe und wilde Felsgegend, und dort erhebt sich auf der Ostseite der Ben Lomond. Unter den in ihn mündenden Gewässern ist der Endrick an der Südostecke der bedeutendste; der Leven am Südende bildet den Abfluß und ergießt sich in den Clydebusen. Ein Dampfer befährt den See. Lomonössow (Michail Wassiljewitsch), der Vater der neuern russ. Litteratur, geb. 1711 in dem Dorfe Denissowka bei Cholmogory im Gouvernement Archangel, der Sohn eines Kronbauern, verließ 1730 heimlich das väterliche Haus und kam nach Moskau. Hier trat er in die höhere Kirchenschule und erwarb sich Gönner, mit deren Unterstützung er zuerst Kiew und 1734 die Akademie der Wissenschaften zu Petersburg besuchen konnte. Zwei Jahre später ging er nach Deutschland, wo er in Marburg Mathematik und zu Freiberg den Bergbau studierte. Schulden halber flüchtig geworden, geriet er in Braunschweig unter preuß. Werber und mußte den Militärdienst antreten. Indes gelang es ihm, zu entfliehen, und über Holland kehrte er 1741 nach Petersburg zurück, wo er Adjunkt der Akademie und Direktor des Mineralogischen Kabinetts wurde. Er wurde 1745 Professor der Chemie und 1751 Kollegienrat, übernahm 1760 die Leitung der Gymnasien und Universität, wurde 1764 Staatsrat und starb 15. April 1765. Seine Leiche ließ die Kaiserin Katharina II. in der Klosterkirche des heil. Alexander Newskij beisetzen. Über seinem Grabe errichtete der Kanzler Woronzow ein marmornes Denkmal. Seine litterarische Thätigkeit war sehr vielseitig. Man hat von L. zwei Bücher Oden, geistliche und weltliche Lieder, die Petriades, ein unvollendetes Heldengedicht auf Peter I. in zwei Gesängen, und Trauerspiele in franz. klassischem Stil. Am wichtigsten wurde seine russ. Grammatik (deutsch, Lpz. 1764), in der er der neuruss. Sprache zuerst das Übergewicht über die Kirchensprache verschaffte. Auch schrieb er eine russ. Geschichte, mehrere wichtige Werke über Physik, Mineralogie, Metallurgik und Chemie und führte in Rußland die Mosaikmalerei ein. Die neueste Gesamtausgabe seiner Schriften veranstaltete Smirdin (3 Bde., Petersb. 1847); die vollständigsten Materialien zu seiner Biographie lieferte Bilärskij (Petersb. 1865); eine ausführliche Biographie L.S, von Pekarskij, findet sich in der «Geschichte der Akademie der Wissenschafteno (Bd. 2, Petersb. 1873). Ein Denkmal wurde ihm 1838 in Archangel errichtet.