Molukken oder Gewürzinseln heißt der aus l sehr zahlreichen Inseln bestehende, zwischen Celêbes und Anawinen gelegene Archipel, welcher den östbiwot Teil des niederländ.⸗ostind. Inselreichs bildet und dessen Areal auf 52976, mit den Südwester⸗, Aru⸗ und Kei-Inseln auf 72088 akm geschätzt wird. Die hierzu gehörigen Inseln, von denen Djilblo oder Halmahera, Ceram und Buru die umfangreichsten, sind der Mehrzahl nach vulkanisch und häufigen, nicht selten sehr verwüstenden Erdbeben unterworfen. Die Vulkane von Banda, Ternate, Tidore und Makjan sind unter den noch thätigen die bemerkenswertesten. Das Klima ist heiß, wird aber durch die periodischen Regen und Seewinde abgekühlt und ist im allgemeinen nicht ungesund. Die Flora dieser Inseln, namentlich der größern, mit Urwald bedeckten, ist außerordentlich üppig, artenreich und schön. Bemerkenswert sind die M. als Heimat des Gewürznelken⸗ und Muskatnußbaums. In größter Menge kommt auf den M. die Sagopalme vor, welche das Hauptnahrungsmittel der eingeborenen Bevölkerung liefert. Nicht ganz so häufig ist die Kokospalme. An Landsäugetieren sind die M. äußerst arm; von größern kommen eine Hirschart und auf Buru auch der Hirscheber (malaiisch Babirussa) vor. Einzig auf Batjan findet sich eine Affenart (Cynocephalus nigrescens). Dagegen ist die Vogelsanna der M. eine sehr reiche und schöne, namentlich an Papageien. Fast jede Insel besitzt eine oder mehrere ihr eigentümliche Arten. Außerordentlich reich nicht nur an Hideust sondern auch an andern Seetieren verschiedenster, seltenster und merkwürdigster Art ist das Meer zwischen diesen Inseln. Die Insektenfauna der M. ist eine der reichsten und schönsten auf der Erde. Die Bevölkerung, deren Anzahl nur ganz allgemein auf 5—600000 geschätzt werden kann, besteht hauptsächlich aus Haraforas (.d.), Malaien und einer geringen Anzahl Papuas. Sie sind teils prot. Christen, teils Mohammedaner, teils Heiden. Nirgends im ganzen niederländ. Ostindien wird für die Ausbreitung des Christentums durch europ. und eingeborene Missionare, Schulen u. s. w. so eifrig gesorgt wie in den M. Das frühere Gouvernement der „Moluksche Inselno, mit dem Hauptorte Amboina (s. d.), zu dem außer dieser Residentschaft auch noch die Residentschaften Banda, Ternate und Menado auf Celebes (. d.) gehörten, wurde durch Regierungsbeschluß vom 6. Dez. 1866 aufgehoben, Banda zu Amboina gezogen und Ternate sowie Menado (. d.) selbständige Residentschaften. Zu Ternate gehören außer dem nur wenigumfangreichen unmittelbaren Grundgebiete der Niederländer mit der Stadt Ternate dem Sitz der Regierung, die Gebiete des Sultans von Ternate. Tidore und Batjan. Vasallen der Niederländer, zufsammen 69800 akm mit (1879) einer Bevölkerung von 101 093 Eingeborenen, 401 Chinesen, 285 Europäern und 73 Arabern. Bestandteile der Residentschaft Ternate sind: die Insel Ternate mit Hiri, die Inseln Motir, Maljan und die Gruppen der Kajoa und Koraitjas, der größte Teil von Djilölo oder Halmahéra, Morotäi, Rau, Majo, Tifore, die Inseln südlich von Djilölo, wie Dammer und andere, Manui und Wowoni, die Sula-Inseln, der Bangaja-Archipel, sowie viele andere kleinere. Das Besitztum des Sultans von Tidore besteht aus dem nördl. Teil von Djilolo, der Insel Tidore mit den in ihrer Nähe gelegenen kleinern, dem Waigéu-Archipel mit Salawati, Waigeéu, Gebi, Popa, Misol und vielen andern, endlich dem nordwestl. Teil von Neuguineg mit den in und vor der Geelvinksbai gelegenen Inselgruppen und Inseln; das Sultanat von Batjan besteht aus der Insel dieses Namens mit einer Anzahl nahe liegender. Sämtliche niederländ. Besitzungen auf den M. enthalten (1878) 373566 E., darunter 2118 Europäer, 871 Chinesen und 363 Araber. Die Portugiesen entdeckten die M. 1512 und bemächtigten sich ihrer. Zu Anfang des 17. Jahrh. wurden sie durch die Holländer von dort vertrieben. Letztere machten 1605 Amboina zum Hauptsitz der Niederländisch⸗-Ostindischen Kompagnie und gründeten 1607 das Fort Victoria auf Amboina, Willemsstad auf Ternate u. a. Sie erwarben 1638 von dem Sultan von Ternate das Recht, auf allen ihm gehörenden Inseln die Gewürzbäume auszurotten. Die Gewürznelken wurden auf Amboina und den nächstliegenden Inseln, die Muskatnußbäume auf den Banda-Inseln (s. d.) eingeführt, auf dieselben beschränkt und zu einem für die Regierung in erster Zeit äußerst vorteilhaften, für die Bevölkerung sehr drückenden Monopol erklärt. Dasselbe wurde auf Amboina erst 1863, auf Banda aber 1864 aufgehoben.