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ErdkundeBrockhaus 1882

Savaii, größte und am westlichsten gelegene Insel der Samoagruppe Polynesiens im Großen Ocean, mit ihrem Westkap Falealupo (Felialupo) unter 172 45 westl. L. von Greenwich gelegen, 70 km lang, 40 km breit, zählt auf 1707 qkm (1875) 12 500 E. Die Südküste ist felsig und schroff, die Nordküste weniger rauh und besitzt den einzigen Ankerplatz der Insel, Matau tu (Mataatu), wo Seeschiffe während der Passatwinde mit Sicherheit nahe dem Lande vor Anker gehen können. Von den Küsten steigt das Land in Plateaus auf, aus welchen erloschene Vulkane einzeln oder in Gruppen kegelförmig emporragen; der höchste dieser Krater ist der Mua bei dem Dorfe Aopo, welcher vielleicht noch vor einem Jahrhundert thätig war. S. ist rings von einem schmalen Streifen außerordentlich fruchtbaren und dichtbevölkerten Landes umzogen (im Ganzen 240000 ha kulturfähigen Bodens), nur der mit noch unverwitterter Lava bedeckte Nordwesten ist davon auszunehmen. Das gänzlich unbewohnte Innere ist von dichtem Urwald bestanden, welcher Palmen, Platanen, Citronen und Brotfruchtbäume aufweist. Die Insel ist durch zahlreiche Bäche bewässert. Safotulafai an der Ostküste ist seit alters der Sitz der angesehensten Häuptlinge. Eine Pflanzung der Deutschen Handels⸗ und Plantagengesellschaft der Südsee ist Vaipouliz; eine deutsche Faktorei befindet sich an der Bucht von Matautu. In neuester Zeit hat eine engl. Firma nahezu fünf Sechstel der ganzen Insel durch Kauf erworben; doch hat dieselbe erst eine Plantage angelegt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 266Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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