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ReligionBrockhaus 1882

Sanherib, in der Bibel, Sennacherib in der Septuaginta, bei den Assyrern selbst Sin-akhe-rib (d. i. Sin [der Mondgott! hat die Brüder geehrt), ist der Name eines der berühmtesten Könige von Assyrien. Nach dem Tode seines Vaters Sargon bestieg er 704 v. Chr. den Thron, züchtigte den babylon. König Merodochbaladan, eroberte Babylon, unterwarf die Länder am Schwarzen Meere und zog 700 gegen Phönizien, Syrien, Judäa und Agypten. Nachdem er ganz Phönizien unterworfen, Hiskias von Juda tributpflichtig gemacht, die Athiopier und Agypter nicht weit von Joppe geschlagen, drang er nach Agypten vor, mußte sich aber nach einer unglücklichen Schlacht bei Pelusium zurückziehen. Herodot erwähnt diese Niederlage und mißt sie den Mäusen bei, die, um den Pharao-Sethos zu retten, von den Göttern gesandt worden seien, die assyr. Schilde benagt und die Assyrer kampfunfähig gemacht hätten. Hierauf zog S. gegen Jerusalem, das er nach einer vergeblichen Belagerung verließ. S. erschien seitdem nie mehr in Westasien. Er richtete sein Augenmerk auf die immer von neuem widerspenstigen Babylonier, denen er 699 seinen Sohn Assurnadin zum König gegeben hatte. Die Chaldäer, im Bunde mit den Elamiten, empörten sich unter dem Babylonier Suzubsoder Musezib-Marduk, dem Mesesimordacus des Ptolemäus (692—88) mehreremal von neuem, doch endlich (gegen 683) zerstörte S. Babylon, das er indes dennoch nicht zu behaupten vermochte; erst nach seinem 680 erfolgten Tode wurde dasselbe von seinem Sohne und Nachfolger Assarhaddon bewältigt. S. fiel, nach der biblischen Angabe, ermordet im Tempel des Nisroch von seinen eigenen Söhnen Adramelech und Sarezer, die indes nach ihrer Schandthat nach Armenien flüchteten. Den von den Medern zerstörten Königspalast in Ninive baute S. wieder auf; die Ruinen desselben sind von Layard in dem Ruinenhügel Koyundschik, Mossul gegenüber, wieder entdeckt worden. lüber die Regierung S.s geben zahlreiche Keilinschriften den ausführlichsten Aufschluß.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 197Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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