FeedFabrieius (Joh.)
ReligionBrockhaus 1882

Fabrieius (Joh.), luth. Theolog, geb. 11. Febr. 1644 zu Altorf, studierte seit w1663 zu Helmstedt, seit 1665 zu Altorf Theologie, machte seit 1670 weite Reisen durch Deutschland und Italien, wirkte dann als evang. Prediger in Venedig, ward 1677 Professor der Theologie in Altorf, 1697 in Helmstedt, 1701 Abt von Königslutter, 1703 Konsistorialrat. F. vertrat die irenischen Tendenzen des Georg Calixt (s. d.) und suchte den Gegensatz der Konfessionen möglichst zu mildern. Diesem Streben dient vor allem seine Consideratio variarum controversiarumo (Helmst. 1704). Er schrieb auch ein Gutachten, welches der Enkelin des Herzogs Anton Ulrich, der Prinzessin Clis abeth Christine, den Übertritt zum Katholizismus (aus Anlaß ihrer Verheiratung mit dem spätern Kaiser Karl VI.) als erlaubt erweisen sollte. Dasselbe (Helmst. 1706) erregte solches Aufsehen, daß F. auf Verlangen Englands 1709 seiner Professur enthoben wurde. Seine übrigen Amter behielt er, ward auch Inspektor sämtlicher Schulen im Herzogtum Braunschweig, hoffte aber vergebens auf Wiedereinsetzung in die Professur. F. starb 29. Jan. 1729. Zu erwähnen ist noch seine Klistoria bibliothecae Fabricianaen (6 Bde., Wolfenb. 1717—24).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 507Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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