Sankt Moritz (lad. San-Murezzan), Dorf und Bad im Kreis Oberengadin und Bezirk Maloja des schweiz. Kantons Graubünden. Das Dorf, welches als Gemeinde mit Einschluß des Bades (1880) 402 meist reformierte, zur Hälfte ladinische E. zählt, liegt 1856 müber dem Meere, 4½ km südwestlich von Samaden, über dem linken Ufer des St. Moritzersees und besitzt eine alte Pfarrkirche, eine neue kath. Kirche und mehrere Gasthöfe und Kurhäuser. Das Bad 2 km südlich vom Dorfe, 1769 m über dem Meere, am rechten Innufer in dem waldigen Thalgrund zwischen dem Silvaplanersee und dem St. Moritzersee gelegen, besteht aus der großen Kuranstalt S., an welche sich in der Umgebung mehrere Gasthöfe und Villen, eine anglikanische und eine franz.⸗reformierte Kirche anreihen. S. verdankt seinen Weltruf als Kurort seinen schon 1539 von Paracelsus rühmend erwähnten Eisensäuerlingen, die dicht hinter der Kuranstalt am Fuße des Piz Rosatsch (2995 m) mit einer Temperatur von 5,6 C entspringen, an Kohlensäure und Natrongehalt sogar die berühmten Quellen von Pyrmont und Schwalbach übertreffen und sowohl zur Trink-äals zur Badekur verwendet werden. Früher sehr ärmlich und dentunc gedos hat sich der Kurort seit 1854 außerordentlich gehoben und gehört nun zu den besteingerichteten und frequentiertesten der Schweiz. Dank seiner schönen Hannebun Lage, seiner großartigen hochalpinen Umgebung und seinem konisierenden Höhenklima wird S. auch als Sommerfrische und als Winterkurort namentlich für Brustkranke viel besucht. Vgl. Lebert, Das Engadin und j eine Heilquelleno (Bresl. 1861); Husemann, Der Kurort S.v(Chur 1874); Ludwig, „Das Oberengadin in seinem Einsluß auf Gesundheit und Leben» (Stuttg. 1877); Caviezel, «Das Oberengadin»(Chur 1881); Biermann, 4S. und das Oberengadin »(pz. 1881).