FeedSamaden (ladinisch Samedan)
ErdkundeBrockhaus 1882

Samaden (ladinisch Samedan), Dorf im Kreise Oberengadin und Bezirk Maloja des schweiz. Kantons Graubünden, liegt 1728 m über dem Meere, nordöstlich vom Malojapaß auf dem linken Ufer des Inn der Berninagruppe gegenüber, am Fuß des Piz Padella (2883 m), besitzt eine reform. und eine anglikan. Kirche, mehrere stattliche Herrenhäuser und einige Gasthöfe und Kurhäuser und zählt (1880) 757 meist reform. E., deren Haupterwerbsquellen die Alpenwirtschaft, der Fremdenverkehr und die Liqueurfabrikation (Jva) sind. Das wohlhabende stadtartig gebaute Dorf ist als Knotenpunkt der Postkurse des Engadin und der Bergrouten über Maloja, Julier, Albula und Bernina der Mittelpunkt des Verkehrs im Oberengadin und verdankt seiner schönen Lage und seinem Höhenklima eine wachsende Bedeutung als klimatischer Kurort, namentlich für Winterkuren. S. ist der Hauptsitz der altadeligen Familie Planta, die während der Wirren des 17. und 18. Jahrh. meist an der Spitze der österr. Partei stand und mit den Salis um die Vorherrschaft in Graubünden rang.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 165Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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