Santa-Anna (Antonio Lopez de), auch Santana, Präsident und Diktator von Mexiko, geb. zu Jalapa 10. Juni 1797, trat seit 1821 in den Unabhängigkeitskämpfen als Militärhaupt auf, half 1823 den Kaiser Iturbide stürzen, wandte sich aber dann der föderalistischen Partei zu und zog sich nach einer Niederlage 1823 auf sein Landgut bei Worken zurück. Erst 1828 mischte er sich wieder als Vorkämpfer für den Präsidenten Guerrero in die öffentlichen Angelegenheiten und wurde 1829 zum Kriegsminister und Oberbefehlshaber des Heers ernannt. Als Bustamente 1830 zur Gewalt gelangt, empörte sich S. im Jan. 1832, erklärte sich für Pedrazza und besiegte im Oktober das Heer der Regierung, worauf Pedrazza die Präsidentenwürde erhielt. Bei der neuen Wahl im März 1833 wurde S. zu Pedrazzas Nachfolger erwählt. Das Gerücht, S. strebe nach der Kaiserkrone, erregte indessen neue Empörungen, infolge deren er zum Diktator ernannt wurde. Allein die Unzufriedenen sammelten sich in Texas, und gegen Ende 1835 begann der Krieg, in welchem S. bei San-Jacinto 21. April 1836 geschlagen und gefangen wurde. Nachdem er 1837 wieder freigelassen worden, nahm er teil an der Verteidigung von Veracruz gegen die Franzosen (Dez. 1838), wobei er ein Bein verlor. Im J. 1841 wieder zum Präsidenten ernannt, schaltete er ziemlich unbeschränkt bis 1845, wo eine neue Revolution ihn stürzte und in die Verbannung nach Havana auf Cuba führte. Im J. 1846 wieder zurückgerufen, übernahm er die Stelle eines Generalissimus im Kriege gegen die Vereinigten Staaten von Nordamerika und ward, obgleich 22. und 23. Febr. 1847 bei Buenavista von dem nordamerik. General Taylor gänzlich geschlagen, zum Präsidenten der Republik gewählt. Nach einer abermaligen schweren Niederlage, die er 18. April 1847 bei Cerro⸗-Gordo durch General Scott erlitt, ließ er sich zum Diktator ernennen, mußte aber, als 15. Sept. 1847 die mexik. Haupistadt von Scott erstürmt wurde, nach Jamaica entfliehen. Um der zunehmenden Anarchie zu steuern, wurde er 1853 von seinen Anhängern abermals zurückgerufen und begann nun als Diktator mit großer Entschiedenheit eine neue Ordnung herzustellen. Er reorganisierte das Heer und die Milizen, erzwang die Ruhe durch Standrecht, reformierte die Justiz und entzog der indian. Bevölkerung die polit. Rechte. Auch suspendierte er die einzelnen Staatsregierungen bis zur Revision der Verfassung und setzte neue Gouverneure ein, die zugleich an der Spitze der Militärmacht standen. Die wiederholten Empörungen der Föderalisten unterdrückte S. und arbeitete im Bunde mit den Häuptern der klerikalen Faktion auf die Herstellung einer Monarchie hin, wodurch 60 Febr. 1854 die republikanische und antiklerikale artei in allen Teilen des Landes zum Aufstande gebracht wurde. Nach längerm Kampfe wurde S. estürzt und zog sich 1855 nach der westind. Insel t. Thomas zurück. Nach der Errichtung des Maximilianischen Kaisertums 1863 wurde er von Maximilian zur Rückkehr eingeladen und mit der Würde eines kaiserl. Reichsmarschalls bekleidet, aber von dem kommandierenden franz. General, der ihm nicht traute, aus dem Lande gewiesen. Später lebte er in der Nähe von Neuyork, begab sich im Mai 1867 nach Veracruz, wurde aber vom Kapitän des im Hafen liegenden amerik. Kriegsschiffs verhaftet und zur Umkehr genötigt. Er fuhr nun nach dem mexik. Hafen Sisal im Staate Nucatan, wurde jedoch von dem dortigen republikanischen Kommandanten 11. Juni 1867 gefangen genommen und dem Präsidenten Juarez überliefert. S. wurde nach Campeche, von da nach dem Fort San-Juan d'Ulloa gebracht und zum Tode verurteilt. Juarez begnadigte ihn jedoch unter der Bedingung, daß er Mexiko für immer verließe. S. ging wieder nach den Vereinigten Staaten und intriguierte fortwährend gegen Juarez. Er starb 20. Juni 1876.