Chiloé, die letzten Punkte, in welchen sich span. Garnif onen noch behauptet hatten. Bürgerliche Unruhen waren auch in C. die nächsten Folgen der Befreiung vom span. Joche. Schon 28. Jan. 1823 setzte eine Partei den Oberdirektor ab. General Freyre übernahm die Regierung, sah sich aber ebenfalls verdrängt. Er ergriff mit hanen Anhängern die Waffen, wurde jedoch im Juli 1828 unfern Santiago geschlagen und dann verwiesen. An die Stelle der ersten Konstitution von 1824 trat 6. Aug. 1828 eine zweite. Auf Freyre folgte der General Pinto und 5. April 1831 der Präsident Prieto, der im Innern die Ruhe herstellte und, von tüchtigen Ministern unterstützt, manche sehr nützliche Einrichtungen traf. Eine von Peru her anüurvergicden unterden wurde 1837 nach vielem Autvergießen unterdrückt. Dieser Vorgang und die zunehmende Macht des bolivian. Präsidenten Santa-Cruz, der sich Perus bemächtigt hatte und C. bedrohte, veranlaßten 17. Mai 1837 die Kriegserklärung C.s. Der Kampf dauerte bis zum März 1839 und endete mit der Verbannung des Generals Santa-Cruz. C. hatte außerordentliche Anstrengungen gemacht und war sowohl zu Lande wie zur See als achtungswerte Kriegsmacht erschienen, geriet jedoch durch diesen Krieg in Schulden Dafür nahm indes das Nationalgefühl und die Energie des Volks einen nachhaltigen Aufschwung und der Staat gelangte, wenigstens gegenüber den andern südamerik. Republiken, zu Macht und Blüte. Durch einen Vertrag mit Spanien vom 25. April 1844 wurde C. als unabhängiger Freistaat von letzterm vollständig anerkannt. Durch günstige Handelsverträge, wie 1844 mit Spanien und mit Neugranada, 1847 mit Belgien und mit Frankreich, 1848 mit Peru, hob C. seinen Handelsverkehr mit den übrigen Staaten Amerikas und denen Europas. Im Innern wurde die Ruhe lange nicht gestört. Im J. 1841 bestieg General Bulnes, der sich in den peruan. Kriegen hervorgethan, den Präsidentenstuhl. mn Herpr sich derselbe nur langsam und zögernd zu Reformen 3 aur 0u so berief man ihn doch 1846 abermals Cer öchsten Stelle. Sein Nachfolger wurde 18. Sept. 1851 Manuel Montt, der Kandidat der demokratischen Partei. Gegen dessen Wahl veranlaßte zwar der General de la Cruz eine bewaffnete Auflehnung der Radikalen, doch ging dieselbe durch das entschiedene Auftreten der Regierung und der von Bulnes befehligten Regierungstruppen ohne Erfolg und großes Blutvergießen vorüber, sodaß Anfang 1852 wiederum vollkommene Ruhe und Ordnung im Lande des Wre-Die zehnjährige konservative Verwaltung des räsidenten Bulnes hatte gute Früchte getragen. Die Finanzlage war eine befriedigende geworden, der fortwährend im Steigen begriffene Handel hatte neben dem Abschlusse von vorteilhaften Verträgen durch eine freiere Zollgesetzgebung Förderung erhalten, und durch Begünstigung der Einwanderung, besonders aus Deutschland, waren frische Arbeitskräfte herbeigezogen worden. Am 2. Jan. 1852 ward die erste Eisenbahn zwischen Copiapd und Caldera dem Verkehr übergeben. Unter der Verwaltung Montts, den man 18. Okt. 1856 ebenfalls zum zweiten mal zum Präsidenten wählte, erhielt C. ein Civilgesetzbuch, Handelsgerichte, Gemeindeverwaltung, Disconto⸗ und Depositenbank (in Valparaiso), eine Hypothekenvorschußkasse, Umwandlung des Zehnten in eine Grundsteuer für Kirche und Schule. Mit Großbritannien wurde 30. Noy. 1856 auf Grundlage gegenseitiger Handelsfreiheit ein Handels⸗ und Schiffahrtsvertrag abgeschlossen. Von den Wirren in den übrigen südamerik. Staaten hielt sich Montts Regierung fern, solange sie die Interessen C.s nicht berührten. In den Streitigkeiten zwischen Peru, Bolivia und Ecuador bot er seine Vermittelung an; auch arbeitete er mit allem Eifer auf einen völkerrechtlichen Bund der südamerik. Staaten zum Schutz und Trutz bei Anriffen auf ihre Selbständigkeit hin. Ackerbau, Bergau, Handel und Schiffahrt nahmen in erfreulicher Weise zu. Ein Aufstand, der im März 1859 ausbrach, wurde durch den entscheidenden Sieg der Regierungstruppen unter General Vidaurri Leal emißt, sind unter K aufzusuchen. über die Aufständischen unter Gollo 29. April bei Serena niedergeschlagen. An Montts Stelle trat 18. Sept. 1861 José Joaquin Perez an die Spitze der Regierung. Unter ihm wurde C. in einen Krieg mit Spanien verwickelt, das 1864 mit Peru in Konslitt geraten war. In diesen Händeln hatte sich C. nach Ansicht der span. Regierung ein völkerrechtswidriges Benehmen zu Schulden kommen lassen. Nach Abbruch des diplomatischen Verkehrs erschien deshalb 17. Sept. 1865 ein span. Geschwader unter Admiral Pareja vor Valparaiso und erklärte am 25. den Krieg. Pareja entleibte sich bald, weil die chilen. Korvette Esmeralda 26. Nov. ein span. Kanonenboot der Aune: hatte; sein Nachfolger, Admiral Mendez Nunez, blockierte aber die Häfen Valparaiso und Caldera und bombardierte 31. März 1866 die Stadt Valparaiso. Inzwischen hatten Peru, Ecuador und Bolivia für C. Partei ergriffen und gegen Spanien den Krieg erklärt. Infolge dessen verließ das span. Geschwader 14. April 1866 Valparaiso, um Callao, jedoch ohne Erfolg, anzugreifen. Damit hatten die Feindseligkeiten ein Ende, aber erst im Juli 1869 wurde durch Vermittelung der Vereinigten Staaten, unter Festsetzung eines Schadenersatzes für das Bombardement von Valparaiso, ein Waffenstillstand auf zwei Jahre geschlossen und derselbe 12. April 1871 auf drei Jahre erneuert unter gleichzeitiger Eröffnung der Friedensverhandlungen in Washington. Von geringerer Bedeutung, aber von nachteiligem Einfluß uf die Entwickelung der südl. Provinzen waren die Einfälle der Araucaner, welche unter ihrem Häuptling Quilapan die Gegenden am Biobio und Renaico verwüsteten, zwar 1868 —69 wiederholt geschlagen wurden, auch 22. Jan. 1870 am Rio Tolten einen förmlichen Frieden schlossen, aber schon im Februar desselben Fahres von neuem eine feindselige Haltung annahmen, nachdem ein franz. Abenteurer sich zum zweiten mal als König Orelie Antoine I. an ihre Spitze gestellt hatte. (S. Araucos.) Auf den Präsidenten Perez folgte 18. Sept. 1871 Federigo Errazuriz. Unter diesem brach 1874 zwischen Regierung und Bischöfen ein Konflikt aus, da drei der letztern einen Hirtenbrief veröffentlichten, in welchem der Präsident, das Ministerium, viele Senatoren und Abgeordnete exkommuniziert wurden, weil sie an der Abfassung derjenigen Paragraphen des Strafgesetzbuchs, welche die Veröffentlichung der zur Empörung päpstl. Bullen verboten, teilgenommen hatten. Die Mehrheit des Kongresses suchte auf dem Wege der Gesetzgebung die Macht der Geistlichkeit einzuschränken. Am 4. Aug. 1876 wurde Anibal Pinto zum Präsidenten auf fünf Jahre gewählt. Ihm folgte 18. Sept. 1881 Domingo Santa-⸗Maria. Im J. 1879 brach gegen Peru und Bolivia Krieg aus, veranlaßt durch die mangelhafte Festlegung der polit. Grenzen jener Länder und den durch die Auffindung großer Guanomassen und Salpeterlager plötzlich gestiegenen Wert des streitigen Grenzgebietes im nördl. Teile der Wüste Atacama zwischen dem 23. und 24. Breitengrade. Zwar war die Ausbeutung der dortigen Daersackt. zwischen C. und Bolivia vertragsmäßig geregelt, doch wollte Bolivia durch Monopolisierung des Guano⸗ und Salpeterhandels seine üble Finanzlage verbessern, sicherte sich schon 1873 durch einen geheimen Vertrag die Hilfe Perus und legte zu Anfang 1878 entigegen einem 1874 mit C. geschlossenen Vertrage einen so hohen Ausfuhrzoll auf Salpeter, daß die Salpeterindustrie vernichtet werden mußte. C. protestierte vergeblich gegen diesen offenen Vertragsbruch, und Bolivia wollte schließlich die großen tschilen. Salpeteranlagen für rückständige Zölle ver⸗ „steigern. An demselben Tage (14. Febr. 1879), an welchem diese Versteigerung vor sich gehen sollte, landeten zwei chilen. Panzer-und einige Holzschiffe ungefähr 1000 Mann bei Antofagasta und besetzten demnächst die Salpeteranlagen sowie die Hafenplätze Mejillones, Cobija und Tocopilla. Hierauf begann man in C. und Bolivia zu rüsten, während Peru zunächst zu vermitteln versuchte, die von C. senter D Neutralitätserklärung und Einstellung seiner Rüstungen jedoch ablehnte, worauf C. am 4. April auch an Peru den Krieg erklärte. Die erste Kriegsthätigkeit fiel den beiderseitigen Flotten zu, weil die Landheere in der wasserlosen Wüste nur mit Unterstützung der Flotte verpflegt werden konnten und in allen drei Ländern so wenig Waffen vorhanden waren, daß die Heere nur mittels Zufuhr auswärtigen Kriegsmaterials ausgerüstet werden konnten. C. stellte zunächst 20000 Mann unter General Aretega, der später durch Erasmo Escala ersetzt wurde, ins Feld, Peru sandte 10000 Mann unter General Buendia nach Arica und Jquique, und hielt 6000 Mann marschbereit bei Lima als Reserve zurück. Bolivia sandte unter Befehl seines Präsidenten Daza 10000 Mann über Taina nach Arica, die dort erst Waffen und Ausrüstung erhalten sollten. Prado, der Präsident von Peru, übernahm den Tnpei über die verbündeten Heere. fertig an der peruan. Küste und durch viele armierte Postdampfer verstärkt; doch besaßen die meisten Schiffe wenig Fahrgeschwindigkeit. Die beiden peruan. Panzerschiffe waren noch in der Ausrüstung begriffen, und wahrscheinlich hätte ein Anriff auf Callao damals die Vernichtung der Flotte Perus zur Folge gehabt. Die chilen. Flotte unter Admiral Williams Robelledo blockierte zunächst die peruan. Küste bis Mollendo und schloß namentlich Iquique vollständig vom Meere ab, um diesen ammelplatz des , durch Heeres, dessen Hinterland völlig wüst ist, durch Mangel an Verpflegung zur übergabe zu zwingen. Außerdem zerstörten die