Santa-Catharina, Provinz in Südbrasilien, wird nördlich durch den Rio Yguassu und dessen linken Zufluß Rio Negro von der Provinz Paranä, westlich durch den links dem Nguassu zuströmenden Säo-Antonio und den Peperi Guassu, rechtsseiti-Ler Nebenfluß des Uruguay, von dem argent. erritorio de Misiones getrennt, südlich durch den Uruguay und dessen Quellfluß Rio das Pelotas von der Provinz Rio Grande do Sul geschieden und im O. vom Atlantischen Ocean begrenzt; sie wird von den beiden großen Inseln Säo-Francisco (s. d.) und Sta.⸗Catharina nebst zahlreichen kleinern Inseln und dem gegenüberliegenden Festlande in einer Ausdehnung von 74 156 qkm gebildet. Das Festland der Provinz wird von N. nach S. von der Serra Geral und der Serra do Mar (hauptsächlich Granit und Gneis) durchschnitten. Die Serra bildet eine Wasserscheide, von deren westl. Abdachung die Gewässer zum Stromgebiet des La-Plata gehören. Die zahlreichen Flüsse der östlichen ergießen sich nach verhältnismäßig kurzem Verlaufe in den Atlantischen Ocean; nur wenige davon sind auf kurze Strecken schiffbar, so der Itajahy, welcher aufwärts bis Blumenau von kleinen Dampfern befahren wird, der Ararangua und der Mampituba (Rio verde) auf der südöstl. Grenze. Das Sandsteinplateau westlich von der Serra, teils Campos, teils Araucarienwaldungen, ist vorzüglich zur Viehzucht geeignet; doch betreiben nur die deutschen Kolonien die den Brasilianern unbekannte Schweinezucht. Die mit herrlichen Urwäldern bestandene Ostabdachung der Serra sowie der Küstenstreifen bis an das Meer bietet der Agrikultur ausgezeichnet fruchtbare Ländereien. Die Provinz erzeugt tropische und subtropische Gewächse, ist aber auch für den Anban europ. Kulturgewächse vollkommen geeignet. Sie zählt (1883) 201 043 E., wovon etwa 40000 deutscher Abkunft, über 14000 Italiener, 11043 Sklaven (1884 nur noch 8371) und eine geringe Anzahl herumschweifender wilder Indianer (Bugres), und bringt Mais, Reis, Mandiokamehl, Arrow-root, Paraguaythee, Zuckerrohrbranntwein, Bohnen, Erdnüsse, Stärke, Zucker, Kaffee, Früchte, Eier, Butter, Häute, Hörner, Hölzer, Cigarren u. s. w. zur Ausfuhr. In den Thalsohlen der südl. Küstenflüsse, namentlich am Tubaräo, befinden sich 3 m mächtige Steinkohlenlager, zu deren Ausbeutung eine Sekundärbahn vom Hafenort Lagung aus im Bau begriffen ist. Die Provinz verdankt ihren Aufschwung vorzüglich der europ., besonders deutschen Kolonisation seit 1847. Die bedeutendsten der deutschen Ansiedlungen sind: Dona-Francisca (. d.); Blumenau (s. d.) seit 1850; die Kolonie Sta.⸗Isabel, seit 1847, mit 1500 E.; die Kolonie Theresopolis am Rio Cubatäo, seit 1860, mit 1614 C. (1867); die Nationalkolonie Angelina, am Rio Tejucas; Sta.⸗Theresa, am obern Rio Itajahy, 1853 angelegt. Außerdem befinden sich noch in den Staatskolonien Azambuja, Gräo Para (beide 1877 egründet), Principe Dom Pedro, Luiz Alves und Taahn. Busane über 14000 Italiener. Lokale Dampfschiffverbindungen bestehen zwischen Desterro und Itajahy, Itajahy und Blumenau und Säo-Francisco und Joinville; abgesehen von der Sekundärbahn zur Ausbeutung des Kohlenbeckens am Tubaräo ist die Dom-Pedrobahn längs der Küste nach Domingo das Torres in Rio Grande do Sul im Bau; Fahrstraßen sind nur innerhalb der deutschen Kolonien in gutem Zustande. Die Insel Santa-Catharina liegt durch einen, an der schmalsten Stelle nur 385 mebreiten Kanal vom Festlande getrennt. Mehrere kleinere Inseln, besonders nördlich von der Hauptinsel, sind befestigt, was aber nicht verhinderte, daß S. 1777 von den Spaniern eingenommen und über ein Jahr besetzt gehalten wurde. Das Klima ist sehr gesund. König Johann V. von Portugal siedelte 1720 auf der Insel Kolonisten von den Azoren und von Madeira an. Die Hauptstadt der Insel und der ganzen Provinz ist Nostra Senhora de Desterro am westl. Ufer der Insel Desterro. Sauta-Clara, Ort im gleichnamigen County im nordamerik. Staate Californien, zählt (1880) 2416 E. und ist durch Straßeneisenbahnen und durch eine Alleestraße mit dem 5 Km entfernten San-José (s. d.) verbunden.