FeedSaphir
NaturlehreBrockhaus 1882

Saphir, Sapphir, die übliche Bezeichnung für eine Edelsteinart, welche zu der Mineralspezies Korund gehört. Das Mineral krystallisiert im rhompyramidalem oder prismatischem Habitus und ist von Säuren nicht angreifbar; nur der Diamant übertrifft es an Härte, und es wird deshalb in seinen unreinen Varietäten, die man Schmirgel (s. d.) nennt, gepulvert zum Schleifen anderer harter Steine verwendet. Dasselbe besteht wesentlich nur aus Thonerde (Aluminium und Sauerstoff enthält aber in der Regel kleine Beimengungen von Eisenoryd und andern Pigmenten, welche ihm verschiedene Farben verleihen. Die mehr oder weniger durchsichtigen blauen Varietäten nennt man vorzugsweise S., die roten Rubin, die trüben oft grauen Korund oder Diamantspat, die unreinen, grauen und nicht krystallisierten, klein- und feinkörnig zusammengesetzten Schmirgel. Der S. kommt teils in stumpfeckigen Stücken und rundlichen Körnern, teils in Krystallen vor und ist zuweilen zweibis dreifarbig gestreift, zum Teil läßt erim Sonnenlichte oder lebhaften Kerzenlichte einen sechsstrahligen sternförmigen Lchtschein wahrnehmen, und dergleichen Stücke werden Sternsaphire oder Asterien genannt. Wegen seiner bedeutenden Härte, schönen Farbe und seines herrlichen Glanzes ist der S. als Edelstein sehr beliebt und wird dem Diamant am nächsten gestellt. Man verwendet die S. zu Ring⸗ und Nadelsteinen, zu Spindeln für die Zapfenlager feiner Uhren und die sehr hellen auch zu Objektivlinsen für Mikroskope. Die blassen S. werden zuweilen durch vorsichtiges anhaltendes Glühen entfärbt und dann für Diamanten ausgegeben, denen sie allerdings unter allen Mineralien am meisten gleichen; doch kann man sie dadurch unterscheiden, daß sie vom Diamant geritzt werden. Die S. finden sich in Schuttland und dem Sande der Flüsse, mit Granat, Zirkon, Feldspat⸗ und Kalkspatgeschieben in Ceylon, Siam, China und dem Ural, aber auch einzeln in Sachsen, Böhmen, Frankreich und Portugal; in Basalt eingewachsen bei Unkel am Rhein, in basaltischer Lava bei Niedermendig am Laachersee. Blaue Turmaline, Berylle und Cyanite werden öfters für S. ausgegeben. Was die Alten S. nannten, ist Lasurstein (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 225Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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