Saphir (Mor. Gottlieb), Humorist und Satiriker, geb. 8. Febr. 1795 im ungar. Landstädtchen Lovas-Bereny, von jüd. Abkunft, war anfangs für den Kaufmannsstand bestimmt, wurde aber, als er entschiedene Abneigung dagegen zeigte, nach Prag geschickt, um 4. den dortigen jüd. Lehranstalten den Talmud zu studieren. Einige Gedichte, die in der Pannoniav des Grafen Festetics Aufnahme fanden, entschieden hier für seine fernere Laufbahn. Sich ausschließlich der Litteratur zuwendend, ging er zunächst nach Wien, wo er Mitarbeiter an der (Theaterzeitung» wurde. Als er 1824 die Weisung erhielt, Ssterreich zu verlassen, wandte er sich nach Berlin, wo er die Berliner Schnellposty (1826 29) und den Berliner Kuriero (1827—29) herausgab, zwei Witzblätter, die ihm manche Unannehmkeiten zuzogen. Um diesen zu entgehen, siedelte er nach München über, wo er zwei ähnliche Zeitschriften begründete. Im J. 1830 ging er nach Paris, trat hier 1832 zur prot. Kirche über, kehrte 1834 nach Wien zurück und begann 1837 die Herausgabe des 4Humoristeno, den er bis zu seinem Tode fortführte. Er starb 5. Sept. 1858 zu Baden bei Wien. Neben dem 4&Humoristy ließ er seit 1850 alljährlich einen humoristisch-satirischen Volkskalender erscheinen. Schon früher hatte er Gesammelte Schrifteno (4 Bde., Stuttg. 1832), «Neueste Schrifteno (3 Bde., Münch. 1832) und „Dumme Briefer (Münch. 1834) herausgegeben. Diesen folgten unter anderm: die „Humoristische Damenbibliotheko (6 Bde., Wien 1838—41), «Fliegendes Album für ernste und heitere Deklamationo (2 Tle., Lpz. 1846; 5. Aufl. 1873), (Humoristische Abender (2. Aufl., Lpz. 1853), „Wilde Roseno (3. Aufl., Wien 1865), Konversations-Lexikon für Geist, Witz und Humorv (Dresd. 1852; 2. Aufl., Dresd. 1860), 4«Pariser Briefe v (Wien 1855) und 4Blaue Blätter für Humor, Laune, Witz und Satirey (Wien 1855—56; 2. Aufl. 1863). S. Ind Worin namentlich die Kunst des Wortspiels und Wortwitzes mit Gewandtheit. Eine Auswahl seiner sämtlichen Schriften erschien nach seinem Tode (3. Aufl., 10 Bde., Brünn 1864—65).