Säuren sind chem. Verbindungen, welche die Eigenschaft haben, sich mit Basen zu Salzen zu vereinen. Sie bestehen entweder aus mit einem Radikal verbundenen Wasserstoff (Wasserstoffsäuren) oder aus mit einem Radikal verbundenen Hydroxylgruppen (Sauerstoffsäuren). Das die Säure bildende Radikal kann dabei entweder ein Atom eines einfachen Körpers oder eine Atomgruppe sein. Beispiele für Wasserstoffsäuren sind: Beispiele für Sauerstoffsäuren: „In den Wasserstoffsäuren ist der Wasserstoff und in den Sauerstoffsäuren ist der Wasserstoff der Hydroxylgruppen durch Metalle ersetzbar, und je nach der Zahl der so vertretbaren Wasserstoffatome wird die Basicität der Säuren bestimmt. Von den gegebenen Beispielen sind demnach Chlorwasserstoff, Jodwasserstoff, Cyanwasserstoff, unterchlorige Säure, Salpetersäure ein basische Säuren, Hydrothionsäure, Kohlensäure, Schwefelsäure sind zweibasische Säuren, die Phosphorsäure ist eine dreibasische Säure. In sehr vielen organischen Säuren ist das Hydroxyl unmittelbar an das Radikal Carbonyl C0 und erst durch dieses an andere Radikale gebunden. Die Vereinigung von Hydroxyl mit dem zweiwertigen Carbonyl bezeichnet man als Carboxyl CO0lI und die dieses einwertige Radikal enthaltenden Säuren als Carbonsäuren. Sie leiten sich am 2 Di von der Kohlensäure CO (OLE), her. Wird bek dieser ein Atom Sauerstoff aus einer der Hydroxylgruppen genommen, so geht sie in die einfachste Carbonsäure HCOOH oder Ameisensäure über. In dieser läßt sich der außerhalb des Carboxyls stehende Wasserstoff durch andere Radikale ersetzen. Tritt z. B. an die Stelle dieses Wasserstoffs Methyl CHI3, so entsteht die Methylcarbonsäure CH, COOH oder Essigsäure. Da das Carboxyl einwertig ist, so können aus der Verbin—⸗ dung mit einwertigen Radikalen auch nur einbasische Säuren hervorgehen. Mehrwertige Radikale nehmen so viel Carboxylgruppen auf, wie ihrer Wertigkeit entspricht. So bildet das zweiwertige Athylen C. E, eine Dicarbonsäure C. H. (COOIH/), oder Bernsteinsäure, das zweiwertige Propylen C, Es gibt eine Dicarbonsäure C. HH (C00H)/ oder Brenzweinsäure. Beide sind, der Zahl ihrer Carboxylgruppen entsprechend, zweibasische Säuren. Das dreiwertige Radikal Allyl oder Tricarballylsäure; das dreiwertige Radikal Oxyallyl CzH. (0E) gibt ebenfalls eine Tricarbonsäure C HH (0E) (CO0H), oder Citronensäure. Beide sind, ihrer Zahl an Carboxylen entsprechend, dreibasische Säuren. Die letztere Säure enthält außer in den Carboxylen noch eine Hydroxylgruppe im Radikal, deren Wasserstoff zwar nicht gegen Metalle, wohl aber gegen Alkohol- oder Säureradikale austauschbar ist. Sie ist eine dreibasische, vierwertige Säure. Dieselbe Erscheinung wiederholt sich bei vielen Säuren. Man bezeichnet dann ihre Basicität nach der Zahl der Carboxylgruppen, ihre Wertigkeit nach der Zahl ihrer Hydroxylgruppen; so ist die Salicylsäure CeE, (0H) (COOH) eine einbasische, aber zweiwertige Säure.