Saussure (Horace Benedicte de), franz. Naturforscher, Sohn des als Agronom verdienten Nicolas de S. (geb. 1709, gest. 1790), geb. 1740 zu Genf, wurde zeitig auf Naturforschung geleitet und erhielt bereits im 22. Jahre eine Professur in Genf. Er bereiste zweimal Frankreich, später Holland, England, Italien und Sicilien, vorzugsweise aber die Alpen, die er zum Gegenstande der umfassendsten und mannigfaltigsten Forschungen machte und alljährlich besuchte. Seine Verdienste um Geologie, als deren Gründer er gelten darf, um Physik der Erde und um mehrere verwandte Wissenschaften haben ihm unvergänglichen Ruhm gebracht. Man verdankt ihm mehrere Theorien, z. B. der Hygrometrie (Essais sur Phygrométrien, Genf 1783; deutsch von Titius, Lpz. 1784), der Meteorologie u. s. w., und manche dahin gehörende neue Instrumente. Seine Voyages dans les Alpes „ (4 Bde., Bern 1776—79; deutsch von Wyttenbach, Lpz. 1781 —88) sind eine noch jetzt oft in Anspruch genommene Fundgrube der vortrefflichsten Beobachtungen. In seiner Jugend hatte er den Atna bestiegen, 1787 stand er, der erste, dem dies gelungen „auf dem Gipfel des Montblanc und machte da die ersten gelungenen Versuche barometrischer Messungen. Er starb zu Genf 22. Jan. 1799. — Sein Sohn, Théodore de S., geb. 14. Okt. 1767 zu Genf, gest. als Professor der Mineralogie und Geologie daselbst 18. April 1845, hat sich als Pflanzenphysiolog große Verdienste erworben. Er war der erste, welcher in exakter Weise die Aufnahme der Nährstoffe in der Pflanze erforscht und besonders über die Bildung der organischen Substanz durch Assimilation der Kohlensäure (s. Assimilation) grundlegende Versuche anstellte. Die Resultate seiner in vielen Beziehungen noch heute mustergültigen Untersuchungen finden sich außer in zahlreichen kleinern Abhandlungen in seinem Hauptwerke: Reécherches chimiques sur la végétationo (Par. 1804). — Ein Großneffe S.s, Henri de S., hat sich durch wissenschaftliche Reisen in Mexiko und Abhandlungen über Insekten, besonders Hymenopteren, bekannt gemacht.