Studer (Bernh.), ausgezeichneter Physiker und Geolog, geb. 21. Aug. 1794 zu Büren an der Aar im Kanton Bern, studierte anfangs an der Akademie Bern Theologie, fühlte jedoch mehr Neigung zu mathem. und naturwissenschaftlichen Studien und erhielt 1815 die mathem. Lehrstelle am Gymnasium in Bern. Im Herbst 1816 ging er nach Göttingen, wo er Astronomie und Geologie studierte, und kehrte dann 1818 in seinen frühern Wirkungskreis zurück, besuchte 1820 Paris, wo er seine mineralog. Kenntnisse erweiterte, und begleitete später Leopold von Buch auf mehrern Alpenreisen. Die Geologie der Alpen wurde von da an das Hauptziel seiner Thätigkeit. Wirksame Unterstützung gewährte ihm hierbei auch Boué, nach dessen Anleitung er 1827 eine größere geolog. Reise nach den ital. und östl. Alpen unternahm. Schon 1825 hatte die Regierung in Bern zu seinen Gunsten eine Professur der Geologie errichtet, die erste in der Schweiz. Im Sommer 1840 besuchte er Rom, Neapel, Sicilien, 1847 England und mit James Forbes, dem Begründer der Gletschertheorie, Schottland, 1848 Tirol, Salzburg und Wien. Von seinen Arbeiten sind hervorzuheben: „Monographie der Molasse (Bern 1825), 4Geologie der westl. Schweizeralpeno (Bern 1836; 2. Aufl. 1842), „Lehrbuch der physik. Geographier (2 Bde., Bern 1844—47), Geologie der Schweiz (2 Bde., Bern 1851—53), «Einleitung in das Studium der Physik und Elemente der Mechanike (Bern 1859), «Geschichte der physischen Geographie der Schweizo (Bern 1863), Index der Petrographie und Stratigraphie der Schweizo (Bern 1872). Gemeinschaftlich mit Arnold Escher von der Linth gab S. die «Carte géologique de la Suisser (4 Blatt, Winterth. 1853) heraus. Auch beschloß (1859 auf seine Anregung die Schweizerische Naturforschende Gesellschaft die Herausgabe von Beiträgen zu einer geolog. Karte der Schweizo, sowie (auf Kosten der Bundeskasse) die geolog. Kolorierung der großen Schweizerkarte von Dufour. Diesen letztern Arbeiten widmete er seit seinem Austritte aus der Hochschule (1873) vorzugsweise seine Thätigkeit, bis er 1885 seines hohen Alters wegen das Präsidium der schweizerischen geolog. Kommission niederlegte. Gottlieb S., Vetter des vorigen, geb. in Bern 1804, ist bekannt als einer der besten Bergsteiger, Bergkenner und Panoramazeichner der Schweiz und gehort zu den Gründern des Schweizer Alpenklubs. Von seinen Werken sind zu nennen; die von ihm mit Ulrich und Weilenmann herausgegebenen Berg- und Gletscherfahrten in den Hochalpen der Schweizo (2 Bde., Zür. 1859—63), «liber Eis und Schneer (3 Bde., Bern 1869—71, Supplementband 1883).