FeedTraubensäure
NaturlehreBrockhaus 1882

Traubensäure, C.H.(OH)(COOLa, eine der Weinsäure isomere und ihr außerordentlich ähnliche Säure, unterscheidet sich von dieser dadurch, daß sie aus wässerigen Lösungen in Krystallen mit 1 Molekuül Wasser verbunden sich ausscheidet und optisch inaktiv ist. Sie kommt in geringen Mengen als saures Kalisalz im Weinstein vor und wird bei der Fabrikation der Weinsäure aus den letzten Mutterlaugen gewonnen. Als zweibasische Säure bildet sie Doppelsalze. Aus Lösungen von traubensaurem Kali-Natron, oder aus Lösungen von traubensaurem Ammonium-⸗Natrium scheiden sich Krystalle der entsprechenden Weinsäure aus, von denen aber ein Teil rechts⸗, ein anderer Teil linksdrehend ist und von denen ein Teil eine hemidrische Fläche an der rechten Seite hat, während dieselbe Fläche bei einem Teil der Krystalle an der linken Seite liegt. Trennt man diese verschiedenen Krystalle auf mechanischem Wege, so läßt sich aus dem einen Rechtsweinsäure, aus dem andern Linksweinsäure abscheiden, und vermischt man diese beiden verschiedenen Weinsäuren miteinander, so krystallisiert aus deren Lösung wieder inaktive T.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 811Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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