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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Schack (Adolf Friedr., Graf 18 1 hervorragender Dichter, Litterarhistoriker und übersetzer, geb. 2. Aug. 1815 zu Brüsewitz bei Schwerin, widmete sich 1834—38 zu Bonn, Heidelberg und Berlin dem Studium der Jurisprudenz, zugleich aber dem der verschiedenen europ. Litteraturen und der orient. Sprachen. Nachdem er seit 1838 eine Zeit lang beim Kammergericht zu Berlin gearbeitet, durchstreifte er Italien, Sicilien, Agypten, Syrien und die Türkei, hielt sich dann in Griechenland auf und ging nach Spanien, um die dortigen Bibliotheken zu durchforschen. Nach Deutschland zurückgekehrt, trat er in die Dienste des Großherzogs von Mecklenburg, begleitete denselben als Kammerherr und Legationsrat auf seinen Reisen nach Italien und Konstantinopel, wurde hierauf zur Bundestagsgesandtschaft versetzt und ging 1849 erst als ö Bevollmächtigter bei dem Kollegium der Union, dann als Geschäftsträger nach Berlin, wo er dem Studium der orient. Sprachen, besonders des Sanskrit, Arabischen und Persischen, Entte nahm 1852 als Geh. Legationsrat seine Entlassung aus dem Staatsdienste und ging zunächst auf seine Güter in Mecklenburg, reiste aber dann nach Spanien, wo ihn bis 1854 vorzugsweise Forschungen über die Geschichte und Kultur der span. Araber beschäftigten. Eine Einladung des Königs Maximilian II. von Bayern veranlaßte ihn hierauf zur Übersiedelung nach München. Zu S.s Hauptwerken gehört die «Geschichte der dramatischen Litteratur und Kunst in Spanien » (3 Bde., Berl. 1845—46), die durch einen Band Nachträgey (Frankf. 1854) vervollständigt wurde. An dasselbe schloß sich das „(Span. Theaterp (2 Bde., Frankf. 1854) an, übersetzungen aus den dramatischen Dichtern der Spanier. Auch übersetzte er die «Heldensagen des Firdusiy (Berl. 1851) und «Epische Dichtungen aus dem Persischen des Firdusi» (2 Bde., Berl. 1853). Dieselben erschienen später vereinigt (3. Aufl., Stuttg. 1876). Ferner veröffentlichte S. Stimmen vom Ganges »(2. Aufl., Stuttg. 1877), eine Sammlung ind. Sagen, und den „Romancero der Spanier und Portugiesen v (mit Geibel, Stuttg. 1860). Ein Werk von eigentümlicher Bedeutung für die Litteratur- und Kunstgeschichte ist die Poesie und Kunst der Araber in Spanien und Sicilienv (2. Aufl., 2 Bde., Stuttg. 1877). In seinen „Gedichten » (3. Aufl., Stuttg. 1874) bekundet sich S. als ein Lyriker von Talent und Gedankenreichtum. Der Beifall, mit welchem diese Gedichte aufgenommen wurden, veranlaßten ihn, nach und nach noch eine Reihe, zum Teil in frühern Jahren entstandener Dichtungen herauszugeben: Lotharo (2. Aufl., Stuttg. 1874), «Episodenv (3. Aufl., Stuttg. 1875), «„Durch alle Wetter » (3. Aufl., Stuttg. 1875), das Trauerspiel Die Pisanerv (2. Aufl., Stuttg. 1876), „Polit. Lustspieler (2. Aufl., Stuttg. 1875), „Nächte des Orients oder die Weltalter v (2. Aufl., Stuttg. 1878), Ebenbürtig o (Stuttg. 1876), das dramatische Gedicht Heliodor » (Stuttg. 1879), Weihgesängeß (Stutig. 1878), „Strophen des Omar Chijam» (Stuttg. 1878), die Trauerspiele Timandrav und «Atlantiso (Stuttg. 1879), das epische Gedicht „Die Plejaden » (2. Aufl., Stuttg. 1882), die Gedichtsammlung «Lotosblättero (2, Aufl., Stuttg. 1883), das Trauerspiel „Gaston » (Stuttg. 1883), (Tag⸗ und Nachtstücker (Stuttg. 1884), „Memnon» (Stuttg. 1885). Seine «Dramatischen Dichtungend erschienen in 2 Bdchn. (Stuttg. 1879), seine „Gesammelten Werkey in 6 Bdn., Stuttg. 1882—83; 2. Aufl. 1885). Im J. 1876 erhob der Deutsche Kaiser S. in den erblichen Grafenstand, später ernannte ihn der Großherzog von Mecklenburg zum Wirkl. Geh. Rat mit dem Prädikat Excellenz. Die von S. gesammelte wertvolle Gemäldegalerie (Bilder von Genelli, Feuerbach, Böcklin, Schwind, Lenbach u. a.), worüber derselbe eine Schrift: Meine Gemäldesammlungy (3. Aufl., Stuttg. 1884) veröffentlichte, bildet eine Sehenswürdigkeit Münchens. Vgl. Rogge, «Adolf Friedrich Graf von S. Eine litterar. Skizzer (Berl. 1882).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 285Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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