Schaffgotsch ist der Name einer der ältesten und angesehensten adeligen Familien in Schlesien und Böhmen. Das Geschlecht kommt urkundlich bereits 1278 vor und hieß ursprünglich Scoff, Schoff oder Schaff, bis die Nachkommen des Ritters Gotsch oder Gotthard Schaff, gest. 1420, um sich von den andern Linien zu unterscheiden, den Namen Schaffgotsch annahmen. Im J. 1592 wurden sie Freiherren und 1700 und 1703 in den böhm., 1708 in den Reichsgrafenstand erhoben. Sie teilen sich jetzt in die böhm. und in die schles. Linie. Jene ist in Böhmen und Mähren begütert; diese besitzt in Schlesien die freie Standesherrschaft Kynast nebst dem Badeort Warmbrunn und dem Dorfe Hermsdorf, wo das Schloß eine für die Geschichte und Topographie Schlesiens wichtige Bibliothek und andere Sammlungen enthält, und die Herrschaft Greifenstein im Kreise Löwenberg des Regierungsbezirks Liegnitz. Alle männlichen Mitglieder dieser Linie führen den Namen Gotthard, alle weiblichen den Namen Hedwig. Der jetzige Erblandhofmeister und Erbhofrichter ist der Graf Ludwig Gotthard von S., Reichsgraf und Herr der freien Standesherrschaft zu Kynast und erbliches Mitglied des preuß. Herrenhauses, geb. 4. Sept. 1842. Sein Vater, Graf Karl Gotthard von S., geb. 29. Mai 1794, bekleidete bis Ende April 1849 den preuß. Gesandtschaftsposten an den Höfen zu Toscang, Modena und Lucca und starb 29. Juni 1865. An der Spitze der böhm. Linie steht Franz de Paula, Graf Schaaffgotsche, geb. 22. Juni 1829, k. k. Kämmerer und de 5 a. D. Dessen Vater war Johann Franz de Paula, Graf Schaaffgotsche, geb. 30. Juni 1792, österr. General der Kavallerie, gest. 3. Nov. 1866. Unter den Vorfahren ist besonders Johann Ulrich von S., geb. 1595 auf Kynast, zu erwähnen, ein treuer Anhänger der prot. Kirche. Als kaiserl. General und in Wallensteins Vertrauen wurde er in dessen Fall verwickelt und erlitt 23. Juli 1635 zu Regensburg den Tod durch Henkershand. Seine Kinder verloren die Stammherrschaft Trachenberg und wurden katholisch erzogen. Bekannt ist auch Graf Philipp Gotthard von S., den Friedrich d. Gr. 1744 zum Koadjutur und 1747 zum Fürstbischof von Breslau erhob, der aber durch sein Verhalten nach der Einnahme Breslaus im Siebenjährigen Kriege durch die Österreicher in Ungnade fiel und in der Verbannung erst 1795 starb.