FeedSchapur
GeschichteBrockhaus 1882

Schapur (grch. und lat. Sapores, eigentlich Shahpuhr, Königssohn) ist der Name mehrerer großer Könige aus dem Geschlecht der Sassaniden. (S. Persien.) Der erste des Namens (239—270), Sohn des Ardeschir Babeghan, der Gründer des Reichs, ist namentlich durch seine Kriege gegen die Römer und durch die, allerdings treulose, Gefangennahme des Kaisers Valerianus (260) bekannt. Unter ihm wirkte der Reformator Mani, der Stifter der Manichäer (s. d.). Der berühmteste ist der zweite, der Große genannt (310 — 381), nachgeborener Sohn Hormuz' II., der schon im Mutterschoße zum Könige gewählt war, und daher, den Orientgeschichtschreibern gemäß, länger regierte, als lebte; doch verdunkeln Sagen seine frühere Geschichte. Unter ihm wurde Armenien wieder bezwungen, jedoch 338 wieder in einem Frieden mit Rom freiegeben. Im J. 358 verlangte er von Rom die erausgabe Mes opotamiens und Armeniens, und als Julian bald darauf als Antwort in Mesopotamien selbst einfiel, gewann er durch den Rückzug der Römer nach dem Tode des Kaisers und durch den schimpflichen Frieden (363), zu dem Jovianus genötigt wurde, die 302 von Narses an Galerius abgetretenen fünf transtigritanischen Provinzen wieder für das Perserreich. Nach der Beendigung des Römerkampfes, welcher durch mehrere große Belagerungen, wie die von Nisibis (s. d.), berühmt geworden ist, wandte sich S. gegen Armenien, das nach einjährigem Kampfe erlag. Der König hatte namentlich nach dem Fall des Bollwerks des Christentums, Nisibis, die Christen hart verfolgt und alle griech. und armen. Bücher vernichten lassen. Sapor starb 381. Sein Sohn und zweiter Nachfolger war Sapor III. (385 390).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 302Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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