Schiefer heißt jedes in dünnen, ebenen Platten brechende Gestein. Man unterscheidet Glimmerschiefer, Quarzschiefer, Thonschiefer, Mergelschiefer, Kupferschiefer, Hornblendeschiefer u. s. w., welche verschiedene Arten zum Teil zum Dachdecken, zu Plattformen, Fußböden, Altanen u. s. w., sowie zu Schreibtafeln sich eignen. Zum Decken der Dächer eignen sich ganz besonders gewisse dunkle, ebenschieferige, liict spaltbare, im Thüringerwalde, im Erzgebirge bei Lößnitz, am Harz, in den westfäl. Rheingegenden, in England u. s. w. vorkommende Varietäten des heihen. Kal welche deswegen auch Dachschiefer heißen. Kalkschiefer wird namentlich in der Grafschaft Pappenheim und im franz. Depart. Aveyron bei Conflans, schieferiger Zechstein im Mansfeldischen, Sandsteinschiefer am Solling bei Holzminden, schieferigplattiger Phonolith im Velay und in der Auvergne, Glimmer- und Quarzschiefer in den Alpen, in Norwegen und Schweden zum Dachdecken angewendet. Ein guter Dachschiefer muß sich leicht in ebene, dünne und große Platten spalten lassen, darf das Wasser nicht zu stark einsaugen, muß frei von fremdartigen Einmengungen, die seine Verwitterung herbeiführen, und hinlänglich fest und spröde, auch feuerfest sein. In Deutschland finden sich ausgezeichnete Dachschieferbrüche bei Goslar und Hüttenrode am Harz, im Kalenbergischen, Saalfeldischen, Bayreuthischen und anderwärts. Der Dachschiefer wird erst in großen Blöcken und mächtigen Platten gebrochen, darauf in passende Stücke geteilt und mit breiten dünnen Meißeln in Dachsteine von erforderlicher Dicke gespalten, welche nachher auf scharfkantigen Amboßen viereckig geschlagen, von dem Schieferdecker aber gelocht werden. Zu Schieferstiften (s. d.) dient der Griffelschiefer. Zu Schiefertafeln (s. d.) werden sehr reine, harte und schwarze Abänderungen des Thonschiefers verarbeitet, und in dieser Hinsicht sind besonders die Brüche bei Lehesten, bei Probstzella im Saalfeldischen u. s. w. bekannt. Man spaltet zu diesem Behufe den S. in dünne Tafeln, schabt diese mit einem Schabeisen, schleift sie mit Sand und poliert sie mit Tripel oder Bimsstein und Kohlenstaub, worauf sie in Rahmen gefaßt werden.