Schirmer (Joh. Wilh.), berühmter Landschaftsmaler, geb. 5. Sept. 1807 zu Jülich, lernte bei seinem Vater die Buchbinderei und kam als Geselle 1825 nach Düsseldorf, wo er unter W. Schadow künstlerische Studien begann und durch Lessings Einfluß der Landschaftsmalerei zugeführt wurde. Im J. 1830 wurde er Hilfslehrer und 1839 Prosessor an der dortigen Akademie. Anfangs stellte er besonders die stille Poesie des Waldlebens dar. Infolge mehrerer Reisen durch die Schweiz, Frankreich und Italien begann er aber im idealen, großartigen Landschaftsstil zu arbeiten. Bei der Wahl der Motive ist er wesentlich der vaterländischen Natur treu geblieben, wenn auch der Aufenthalt in Italien 1839—40 von großer Bedeutung für seine Kunstrichtung wurde. Sein Baumschlag ist frei und doch gründlich, die Linienführung gefällig; die Bilder zeugen von einer völligen Herrschaft über Stoff und Kunstmittel. In der Bestimmtheit und Größe seiner Formen erinnert S. oft an Kaspar Poussin, und wie dieser liebt er in seinen Werken einen großen Maßstab. Er ist ein trefflicher Zeichner und gibt das Detail so charakteristisch, daß es selbst in seiner Unterordnung ein unerschöpfliches Interesse gewährt. S. wurde so der Gründer der düsseldorfer Landschaftsschule. Im J. 1853 als Direktor an die neugegründete Kunstschule zu Karlsruhe berufen, brachte er diese Anstalt bald empor. S. ist der wesentliche Neubegründer der sog. stilisierten oder histor. Landschaft. So schuf er, und zwar mit Kohle, 26 große Landschaftsbilder, unter der Bezeichnung Biblische Landschaftenv (photographiert von Allgeyer, mit Text vom Künstler selbst). Sechs davon, mit der Staffage aus dem Leben Abrahams, hat er in großer Dimension in Ol ausgeführt (Nationalmuseum in Berlin; herausg. von der Photographischen Gesellschaft, mit Text von M. Jordan). Ebenfalls in Ol gemalt ist eine Folge von vier biblischen Landschaften, welche die vier Tageszeiten veranschaulichen und als Staffage die Geschichte des barmherzigen Samariters haben. S. starb 11. Sept. 1863 zu Karlsruhe. Außer vielen Bildern hinterließ er auch zahlreiche Naturstudien, von denen Vollweiler drei Hefte (Karlsr. 186465) herausgegeben hat. S. war auch ein vorzüglicher Radierer, der seinen Blättern kräftige Haltung und poetische Stimmung zu geben wußte: «Acht landschaftliche Originalradierungen (Düsseld. 1847).