Scheuren (Joh. Kasp.), ausgezeichneter Landschaftsmaler der Düsseldorfer Schule, geb. 22. Aug. 1810 zu Aachen, bildete sein bedeutendes Talent an der düsseldorfer Akademie aus, wo besonders Schirmer und Lessing auf ihn Einfluß fzassun Er koloriert lebendig und hat eine freie Auffassung der Natur. Vorzüglich gelungen ist sein Laubwerk mit der lockern Zeichnung, und nicht minder trefflich behandelt er Luft und Wolken. Seine Stoffe entnimmt er meist der heimischen Natur, obwohl er auch die südl. Landschaft auf einer Reise in Oberitalien auffassen und darstellen lernte. Zu seinen ausgezeichnetsten Bildern gehören eine niederrhein. Landschaft (im Besitze Bendemanns), eine Gebirgslandschaft und eine Morgenlandschaft im Museum zu Heibosshr der Pilger (im Besitz der Fürstin von Hohenzollern), holländ. Landschaft (Galerie Ravenée zu Berlin) u. s. w. Ein hoher Farbenreiz und ein eigentümlicher Zauber glänzender Tages-⸗ oder Morgenbeleuchtung liegt auf seinen Bildern, die meistens durch eine entsprechend gewählte Staffage noch lebendiger wirken. Zugleich ist S. als Aquarellist und Arabeskenzeichner, sowie als Radierer rühmenswert, wie ein von ihm herausgegebenes Heft Radierungen (Mannh. 1842) beweist. Unter seinen Aquarellen sind einige, in denen er in geistreicher Weise aus Dichtungen von Shakspeare, Goethe und Schiller geschöpft und verschiedene Balladenstoffe behandelt hat. Vor allem gehören dahin sein Rheinwerko in 27 Aquarellen (im Museum zu Köln) und Chor aus der Braut von Messina v (7 Blätter, im Museum zu Berlin); zu den neuern Leistungen ferner sein zweites Rheinwerkv mit 50 Blättern, die koblenzer Erinnerungsblätter für das Deutsche Kaiserpaar, die Chronik der Universität Straßburg u. a. S. ist Mitglied und seit 1856 Professor der düsseldorfer Akademie.