FeedSchirmschlagbetrieb
TechnikBrockhaus 1882

Schirmschlagbetrieb, forsttechnischer Ausdruck für einen Femelschlagbetrieb (s. d.),bei dem die Begründung des jungen Bestandes nicht durch den von Mutterbäumen abfallenden Samen erwartet, sondern durch künstliche Untersaat oder Unterpflanzung bewirkt wird. Man bezeichnet den S. auch richtig als künstlichen Vorverjüngungsbetrieb, während man den natürlichen Vorverjüngungsbetrieb Sonnenschlag⸗ oder Dunkelschlagbetrieb nennen kann. Beide Betriebsarten bezwecken den Schutz des jungen Bestandes durch den gelichteten alten Bestand. Als Schutzhölzer eignen sich für den S. besonders lichtkronige Holzarten, wie Eichen, Kiefern, Lärchen, Birken. Anwendung findet er vorzüglich bei der Begründung von Buchen- und Tannenbeständen, weil diese Holzarten Schatten vertragen, aber in der Jugend sehr empfindlich gegen Frost und Dürre sind, für andere Holzarten nur dort, wo die gänzliche Entblößung des Bodens Nachteile befürchten läßt, oder wo der kahle Abtrieb der Bestände allgemeine Gefahren herbeiführen kann, wie in Schutzwaldungen am Meeresufer, an den Rändern großer Binnengewässer, im Hochgebirge.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 365Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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