FeedSchlagende
NaturlehreBrockhaus 1882

Schlagende Wetter oder Feurigen Schwaden nennt der Bergmann das Gemenge von atmosphärischer Luft mit Sumpfgas oder leichtem Kohlenwasserstoffgas; letzteres besteht aus 4 Volumen Wasserstoffgas und 1 Volumen Kohlenstoff (CI.) und wird Methan genannt. Sie sind der größte Feind des Bergmanns, dem 1885 gegen 1000 Menschen zum Opfer fielen. Vorzüglich in Steinkohlengruben, seltener in Braunkohlengruben, Salzbergwerken und Bauen auf bituminösen Schiefern vorkommend, entstand CUH, mit verwandten Gasen durch Entgasung der organischen Stoffe unter dem hohen Drucke der überlagernden Gesteine. Durch den Grubenbetrieb von seiner Spannung befreit, tritt es plötzlich als sog. Bläser in großer Menge auf oder entströmt mit knisterndem Geräusch, Krebsen genannt. Es ist geruch- und geschmacklos, vom spezifischen Gewicht 0,5589. Die Häufigkeit des Auftretens steigt mit der Vertiefung der Graubenbaue, auch das Sinken des Luftdrucks scheint von Einfluß zu sein. Für sich allein mit blauer Flamme ruhig brennend, explodiert Methan am heftigsten bei 12 bis 8 Volumen und weniger heftig bei geringerer Luftbeimengung. Vermehrt wird die Wirkung noch durch den fein verteilten Kohlenstaub. Als Mittel zur Verhinderung von Schlagwetterexplosionen dienen die von Davy erfundenen Sicherheitslampen, starke und gut geregelte Wettercirkulation, Naßmachen des Kohlenstaubes, Beschränkung oder Verbot der Schießarbeit. Seit 1877 wurden auf staatliche Anordnung in Frankreich, England, Belgien, Sachsen, Preußen und Ssterreich Schlagwetterkommissionen berufen, welche über Maßregeln zur Verhütung von Explosionen beraten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 371Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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