FeedCellnlose
NaturlehreBrockhaus 1882

Cellnlose ist ein organ. Körper (C. HIO;) von gleicher prozentischer Zusammensetzung wie Stärkemehl, Dextrin, Inulin u. s. w.; derselbe wird von der pflanzlichen Zelle im jugendlichsten Zustande unmittelbar nach ihrer Entstehung, als eine feste Materie, die ihr als Hülle dient, abgesondert. Mit dem Wachsen und der weitern Ausbildung der Zelle wächst durch Intussusception die Zellmembran. Gleichzeitig mit der Vermehrung der C. lagern sich aber in der Membran und zwischen den Grenzen der benachbarten Zellen andere Körper ab, die als inkrustierende Materie, Intercellularsubstanz, Lignin, Holzstoff bezeichnet und chem. verschieden von der C. sind. Nur in seltenen Fällen bleibt die C. von diesen Verbindungen frei. Es ist daher nicht richtig, wie sich häufig angegeben findet, daß das Holz vorwiegend aus C. oder Holzfaser, wenn beide Worte als identisch betrachtet werden, bestehe. Im Gegenteil beträgt die Menge der C. im Holz, wie die Hälste in dem Pflanzengerüst, kaum mehr als die Hälfte des Gewichts derselben. mißt, sind unter K aufzusuchen. Inschemischer Beziehung charakterisiert sich die C. durch völlige Unlöslichkeit in Wasser und den ewöhnlichen Lösungsmitte n und große Widertandsfähigkeit gegen die Einwirkung von verdünnten Säuren und Alkalien. Hieraus hat man lange auf eine absolute Unverdaulichkeit der C. gefolgert, da man glaubte, bei dem el si auch ihrs der C. gegen alle diese Lösungsmittel sei auch ihre Lösung im Organismus nicht möglich. Doch haben die Untersuchungen der neuern Agrikultur-Chemiker die Haltlosigkeit dieser Annahme auf das schlagendste erwiesen. Unsere sämtlichen Tiere, und auch die Menschen, verdauen von der C. der Nahrung einen sehr der Da Anteil. Bei der Darstellung der C. geht man am besten von Materialien aus, die bereits durch eine andten Deild technische Behandlung von dem Hereritt eil der die C. begleitenden fremden Körper efreit worden sind. Es eignet sich am besten dazu das reine weiße Filtrierpapier, dies wird möglichst anbalen mit verdünnter Schwefelsäure (2:100) anhaltend gekocht, mit Wasser bis zum Verschwinden der Säure gewaschen, mit verdünnter Kalilauge (2: 100) gekocht, wieder mit Wasser gewaschen und dann noch nacheinander mit Alkohol und Ather ausgekocht. So dargestellt bildet die C. ein lockeres, schneeweißes Pulver oder mehr oder weniger lange Faserchen, die bei mikroskopischer Untersuchung noch deutlich die Struktur der Zellmembranen erkennen lassen. Derselben kommen folgende Schwesehaure zu. Bei kurzem Eintäuchen in starke Schwefelsäure tritt eine Quellung ein und die gequollene Masse wird dann auf Zusatz von Jodlösung blau gefärbt, het also in diesem Zustande ein Verhalten, welches em des Stärkemehls gleich ist. Bringt man Papier in ein kaltes Gemisch von 100 Teilen konzentrierter . 2 Hiumten und 27 Teilen Wasser und läßt es 1—2 Minuten darin verweilen, so erfolgt ebenfalls Quellung, die Fasern werden bis zur Strukturlosigkeit verändert, wäscht man dann die Säure mit Wasser aus, so trocknet das Papierblatt zu durchscheinendem, Wasser nicht mehr durchlassendem vegetabilischen Pergament oder Pergamenipa ier x Ebenso wie Schwefelsäure bringt eine konzentrierte Chlorzinklösung Quellung und Blaufärbung durch Jod hervor. Läßt man die Einwirkung der Schwefelsäure länger dauern und vermeidet man durch äußere Abkühlung jede Erwärmung, so löst sich die C. zu einer farblosen Flüssigkeit, Cellulose-Schwefelsäure; tritt dabei Erwärmung ein, so — 0 gänzliche Zerstörung der C. unter Abscheiung von schwarzer Kohle statt. Beim Kochen mit mäßig verdünnter Schwefelsäure (1: 10) oder andern Säuren wird C. ebenfalls gelöst, die Flüssigkeit enthält alsdann Traubenzucker; man hat versucht, von dieser Reaktion Nutzen zu ziehen, indem man die Zucker enthaltende Flüssigkeit, nach dem Neutralisieren mit Kreide, in Gärung versetzt und Alkohol dabei gewonnen hat. Beim Behandeln mit donzenteierteter Salpetersäure oder einem Gemisch von Salpetersäure und Schwefelsäure entsteht Salpetersäure-Cellulose, Nitro-Cellulose, Pyroxylin, der wesentliche Bestandteil der Schießbaumwolle. Alkalische Flüssigkeiten, die nicht zu verdünnt sind, rufen Quellung hervor, aus diesem Grunde lassen sich solche so schwer durch Pa-Bei filtrieren; die Quellung verstopft die Poren. ei mäßigem Erhitzen mit Kalihydrat, oder besser mit einem Gemenge von Kali- und Natronhydrat, entsteht Oxalsäure, diese Säure wird jetzt fabrikmäßig auf diese Weise aus Holzsägespänen hergestellt. Konzentrierte Lösungen von Kupferoxyd-Ammoniak lösen reine C. leicht zu einer blauen Han sigkeit, aus welcher auf Zusatz von Wasser oder eim Neutralisieren mit Säuren unveränderte, aber strukturlose C. abgeschieden wird. Die verschiedenen Formen, in denen die C. im Pflanzenreiche auftritt, verhalten sich gegen letzteres Reagens etwas verschieden, die einen werden leichter, andere schwer gelöst; zu den schwerlöslichen . die Zellmembranen der Markstrahlen des Holzes. Bei Erhitzung unter Luftabschluß wird C. zersetzt. Bei etwa 150“ beginnt sie sich gelb zu färben, bei gesteigerter Temperatur wird sie braun, gibt zuerst Wasserdämpfe, dann saure, reizend riechende Dämpfe ab, schließlich bleibt I. weich tohle zurück, während ein Destillat übergeht, welches sich in zwei Schichten, eine wässerige und eine schwarze ölige trennt. Erstere enthält Essigsäure, Methylalkohol u. a., letztere flüssige Kohlenwasserstoffe und eine Reihe von andern Verbindungen, Kreosot u. a. Die Fabrikation der Holzkohle, des Holzessigs, des Holzteers basiert auf dieser Zersetzung der C. ö ö Technische Verwendung findet die C. in den verschiedensten Formen; die Gespinstfasern, Baumwolle, Lein, Hanf sind fast reine C., ebenso das daraus bereitete Jeit ein Die aus Holz dargestellte C. ist in neuerer Zeit ein wichtiges Rohmaterial für die Fabrikation besserer Papiere geworden, nachdem das auf mechan. Wege zerteilte Holz, der Holzstoff, sich nur für grobe Papierarten tauglich erwiesen hat. Zur Darstellung der Holzceellulose sind vielfache Vorschriften gegeben worden, von denen sich aber nur eine als praktisch nutzbar erwiesen hat. Das zu kleinen Stücken zerschlagene Holz, vorzugsweise Nadelholz, wird mit Atznatronlauge in geschlossenen eisernen Kesseln erhitzt, bis eine Dampfspannung von 10 Atmosphären erreicht ist. Dabei wird alles im Holz enthaltene Harz und die inkrustierende Materie gelöst, während die C. nicht oder nur wenig ange-Aual wird. Zweckmäßig verbindet man dabei eine nzahl von Kochapparaten so untereinander, daß die gebrauchte Lauge mit frischem Holz, dagegen die schon nahezu fertige C. mit frischer Lauge zusammengebracht werden kann. Die mit den löslichen Stoffen beladene Lauge wird endlich eingedampft und der Rückstand im Flammofen geglüht, um das Natron wiederzugewinnen. Das Holz braucht, nachdem es durch Waschen von der aufgesogenen Lauge befreit ist, nur noch im Holländer gemahlen, um dann als Halbzeug an Papierfabriken abgegeben zu werden. Oelosia, von Linné benannte Pflanzengattung aus der Familie der Amarantaceen. Ihre in den Tropengegenden, namentlich in Ostindien, wachsenden Arten sind meist Kräuter, selten Sträucher, mit abwechselnden, ganzen, kahlen Blättern und verschieden gruppierten kleinen Blüten, welche ein länzendes, trockenhäutiges, meist schön gefärbtes Perigon besitzen, und deren jede von drei gefärbten, trockenhäutigen Deckblättchen umgeben ist. Zu dieser Gattung gehört die unter dem Namen Hahnenkamm bekannte und allgemein zur Zierde in vielen Varietäten und Spielarten kultivierte Topfpflanze, die in China einheimische C. eristata I., bei welcher die bald rot, bald anders gefärbten Blüten durch Fasciation (s. d.) in hahnenkammartige, oft monströse Gruppen zusammengedrängt sind. Eine andere, einjährige Art, die in Ostindien mißt, sind unter K aufzusuchen. einheimische C. argentea L., mit in Ahren gestellten silberweißen Blüten, wird auch häufig kultiviert. Beide sind ostind. Ursprungs und können auch im Man Lande als Sommergewächse gezogen werden. an säet sie im April aus und verseßt die erhaltenen Pflanzen im Mai auf gut⸗, aber nicht frif edüngten Boden oder in Töpfe. Von der in Abesnien und Nubien vorkommenden C. trigyna L. werden die Blätter und Blüten als Mittel gegen den Bandwurm benutzt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 105Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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