FeedSchlammbäder
TechnikBrockhaus 1882

Schlammbäder oder Moorbäder nennt man Eintauchungen des Körpers oder einzelner Körperteile in einen Brei, welcher aus gewissen mineralhaltigen Dammerden (Moorerden) und heißem Wasser (auch Mineralwasser) hergestellt wird. Der Kranke bleibt darin etwa ½, Stunde und taucht dann in ein laues Reinigungsbad. Die S. sind ein Mittel, um nicht nur die Wärme (weil dickflüssige, breiige Körper mehr Wärme binden), sondern auch gewisse Mineralstoffe und organische Säuren, namentlich Ameisensäure und Essigsäure, weit intensiver auf die Haut und den übrigen Körper einwirken zu lassen, als dies durch andere Bäder geschieht. Die Moorbäder dienen besonders gegen Lähmungen, Rheumatismen, chronische Hautkrankheiten und als Moorumschläge oder Moorteilbäder gegen verschiedene örtliche Krankheiten. „Schlämmen bezeichnet das Mittel, um spezifisch leichte Körper von schweren, feinere von gröbern in Flüssigkeiten (meist Wasser) zu scheiden. Das in der Technik gebräuchlichste Schlämmverfahren, besonders für Thon, Erze u. s. w., besteht in einem Aufrühren nd Bertallen oder gemahlener Massen in Wasser und Verteilen derselben unter fortwährender Wasserzuführung in einer Reihe untereinander verbundenen Kästen (Schlammkasten, Mehlführung), in welchen sich die festen Teile je nach Korngröße oder spezifischem Gewicht absetzen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 374Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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