Schneidemühle, in prächtiger Lage und mit schönen Aussichtspunkten und Spaziergängen. Bei S. fand 9. Okt. 1806 ein Gefecht zwischen Franzosen und Preußen unter Tauenzien statt. Vgl. Alberti, «Geschichte des deutschen Hauses zu S.» (Schleiz 1877). Schlema, Dorf in der sächs. Kreishauptmannschaft Zwickau, Amtshauptmannschaft Schwarzenberg, an den Linien Zwickau-Schwarzenberg und Niederschlema-Schneeberg der Sächsischen Staatsbahnen, zerfällt in die Gemeinden Ober⸗ und Niederschlema, mit (1880) 2431 CE. und ist bekannt durch das in der Gemeinde Oberschlema gelegene königl. Blaufarbenwerk, das im Konsortialverbande mit dem Blaufarbenwerk Pfannenstiel (s. d.) aus schneeberger und fremden Kobaltnickellagern Kobalt und Nickelpräparate und Wismutmetall herstellt. In Niederschlema sind große Papierfabriken. Schlempe heißt der nach dem Abdestillieren des Alkohols aus der vergorenen Flüssigkeit in der Blase bleibende Rückstand. (S. unter Spiritusfabrikation.) Als Material zur Gewinnung von Alkohol, zum Brennen, benutzt man Kartoffeln, Roggen, Mais und Melasse. Während die S. der letztern zur Herstellung von kohlensaurem Kali benutzt wird, bildet die S. der drei Früchte ein vortreffliches Futter für das Vieh, besonders für das Rindvieh. Dieselbe enthält noch fast alle Eiweißstoffe des Rohmaterials, während die Kohlenhydrate durch den Brennungsprozeß meist in Alkohol umgewandelt sind. Vgl. Märcker, «Handbuch der Spiritusfabrikatione (4. Aufl., Berl. 1885). Schlenkerbohren ist eine vorteilhafte, besonders bei den ital. Gesteinsarbeitern beliebte Methode des Handbohrens, wobei mit einem schweren Fäustel auf den aufwärts gerichteten Bohrer geschlagen wird. [Förderleute genannt. Schlepper werden beim Kohlenbergbau die Schleppnetz im allgemeinen heißt jedes Netz, welches in der Weise auf dem Grunde des Wassers entlang gezogen wird, daß der untere Rand seiner Offnung hart über dem Boden hingeht oder, wenn dieser weich ist, in denselben eingreift. Es dient also zum Fange von unmittelbar am Boden lebenden Tieren. Das größte, bei der Hochseefischerei angewandte S. ist das engl. Baumschleppnetz oder Trawl (s. d.). S. im engern Sinne (Dredge) heißt das bei wissenschaftlichen Meeresuntersuchungen, namentlich Tiefseeforschungen, zum Fange der am Meeresboden lebenden Tiere und zum Heraufholen des Tiefseeschlammes gebräuchliche Netz. Es besteht aus einem länglichen, rechteckigen Metallrahmen, dessen lange Seiten breite, schneidende Kanten haben, die in den Meeresgrund eingreifen. Der in dem Rahmen befestigte Netzbeutel besteht meistens aus einem sehr engmaschigen Netzzeuge, welches zum Schutze außen von einem weitmaschigen Netz umgeben ist. An den Enden des Netzes sind gewöhnlich Troddeln aus Hanf befestigt, an welche sich viele Tiefseetiere anklammern und verwickeln. Das S. muß für größere Tiefen stark beschwert sein; das Auswerfen und Einholen desselben ist eine sehr beschwerliche und lange dauernde Operation, welche stets mit Hilfe einer Dampfmaschine ausgeführt werden muß.