FeedSchleuder
AllerleiBrockhaus 1882

Schleuder, im Altertum und im Mittelalter vorkommendes Hilfsmittel, um die Geschwindigkeit der mit der Hand zu werfenden Geschosse zu vermehren. Bei den Griechen hieß sie Sphendone („edsyn) und wird schon von Homer erwähnt. Bei den Römern unterscheidet man zwei Arten von S.: die gewöhnliche, aus Riemen oder geflochtenem Haar bestehende, Funda genannt, die vor dem Wurfe über dem Kopfe geschwungen ward, und der Fustibalus (s. d.), eine Stockschleuder, bei welcher die Riemen mit einem Stabe verbunden waren, und die bloß geschnellt wurde. Aus beiden Arten wurden runde Kiesel ((apides missiles) oder auch eichelförmige, mit einem Stachel versehene Bleikugeln (glandes) mit einer solcher Heftigkeit geworfen, daß sie Helme und Schilder zerschlugen. Die Schleuderer gehörten bei den Alten zum leichten Fußvolk; die Griechen nannten sie Sphendoneten, die Römer Funditores. Berühmt als Schleuderer waren bei den erstern die Atoler und Akarnaner, die Römer brauchten als solche namentlich die Bewohner der Balearischen Inseln. chleuderkasten, s. Hebekasten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 405Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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