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AllerleiBrockhaus 1882

Schild, tragbares Schutzmittel gegen die Wirkung der Angriffswaffen, welches mit dem linken Arm geführt den Körper zum Teil oder auch in seiner ganzen Länge deckt, in einzelnen Konstruktionen vor dem Kämpfer auf die Erde gepflanzt wird, von viereckiger, runder oder ovaler Form, aus Holz, Flechtwerk, Leder oder Metall bestehend, war vor Erfindung des Schießpulvers allgemein im Gebrauch, kommt heute nur noch bei Naturvölkern vor. Die Griechen hatten den runden S. und zwar beim schwerbewaffneten Fußvolk als großen S. (ra, daher Hopliten), sonst als kleinern S. (⸗Arn, daher Peltasten). S. aus Metall waren anfänglich eine Seltenheit und meist von kostbarer, ausgezeichneter Arbeit, wie z. B. in der Homerischen Sage der S. des Achilles, eine Arbeit des Vulkan. Bei den Römern unterschied man den runden und kleinen S. (elipeus, parma) von Metall, in der Mitte mit einem Knopf versehen, für Leichtbewaffnete und Reiter, und den großen viereckigen S. von Holz mit Fell überzogen und an den Ecken mit Metall beschlagen (scutum), für das schwerbewaffnete Fußvolk. Im Mittelalter kommen viereckige S. (Tartschen), derter solche in Form eines langschenkeligen Dreiecks mit Spitze unten, sowie auch runde S. vor. Im spätern Mittelalter findet man die mannshohen, viereckigen Setztartschen mit Spitzen am untern Rande zum Aufpflanzen auf die Erde. S. an S. gereiht, bildete sich so eine feste Eisenwand, hinter der man kämpfte. Sehr häufig sind die S. nach den Trägern zu konkav gestaltet. Bei allen Völkern des Altertums gehörte der S. zu den Ehrenwaffen; es galt für die größte Schande, denselben wegzuwerfen. Auf dem S. ruhte der Krieger aus; auf den S. erhob man Personen zum Zeichen des Erwähltseins als Befehlshaber und Herrscher, wie dies mit Brennus, den Kaisern Julian, Anastasius u. a. geschah. Diese Gebräuche gingen auch in das Mittelalter über, und namentlich finden sie sich bei deutschen Völkerstämmen. Der S. wurde aber auch frühzeitig durch seine Form und Farbe zum Unterscheidungszeichen für ganze Völker und durch Ausschmückung für einzelne Familien und Personen. Aus den Schildbildern entstanden die Wappen (. d.), die zwar schon im Altertum vorkommen, aber erst im Mittelalter allgemeiner wurden. Die Feuerwaffen verdrängten den S., der sich ihnen gegenüber als nutzlos erwies und den Gebrauch der eigenen Waffe behinderte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 351Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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