Castulo, eine Stadt im röm. Spanien, in der Provinz Hispania citerior (Tarraconensis) und unweit der Provinz Hispania ulterior (Baetica) an einem Nebenflusse des Guadalquivir an der Stelle des heutigen Cazlona. C. war schon zur Zeit der Karthager der Bandlort in jener Gegend, was die Stadt wohl namentlich den in ihrer Nähe gelegenen Silbergruben verdankte. Hannibal hatte eine Frau aus C. In der letzten Zeit der Republik oder der ersten Kaiserzeit erhielt die Stadt das Lateinische Recht (s. d.). Im J. 1618 wurden dort zahlreiche Münzen aus röm. Zeit gefunden. Eästus (vom lat. caedere, schlagen) hieß bei den Römern die Faustbewehrung, mit welcher der Faustkämpfer (pugil) gerüstet seinem Gegner gegenüber in die Schranken trat. Anfangs bestand der C. nur in einfachen Riemen, die um die Faust gewunden wurden. Später setzte man immer mehr verstärkende und heftiger verwundende Bestandteile Riemé indem man in die Gewinde aus scharfen tiemen von ungegerbten Häuten noch eiserne Buckel, bleierne Kugeln u. dgl. verflocht. Die Römer entlehnten diese Kampfart von den Griechen, welche auch stets den Vorzug in derselben behaupteten. Darstellungen von Faustkämpfern sind in Reliefs und Statuen wie auf Vasen erhalten.